Morphium wird in der Medizin nach schweren Operationen oder Erkrankungen oft als Schmerzmittel eingesetzt. Diese Therapie könne zu einer Schwächung des Immunsystems und zu Infektionen führen, befürchtet die Mikrobiologin und Immunologin Toby Eisenstein von der Temple University in Philadelphia. Sie konnte an Mäusen zeigen, dass diese durch eine Infektion mit virulenten Salmonellen häufiger starben, wenn sie zuvor Morphium erhalten hatten. "Es wäre nicht überraschend, wenn der Drogengebrauch teilweise verantwortlich wäre für die hohe Salmonellenempfindlichkeit von HIV-Infizierten", meint die Immunologin. Allerdings ist diese These schwer zu beweisen, denn Opiatabhängige leben häufig unter unhygienischen Bedingungen und nehmen oft auch andere Drogen. Hinzu kommt, dass die Wirkung von Morphium auf das Immunsystem offenbar auch dosisabhängig ist, wie Studien an Menschenaffen gezeigt haben.

Immun durch Inhalieren Weltweit sterben jährlich fast 900 000 Kinder an Masern, vor allem in Entwicklungsländern. Diese Zahl könnte sich deutlich verringern, wenn man den Masern-Impfstoff nicht injiziert, sondern einatmen lässt. Athmandrundh Dilraj vom medizinischen Forschungsrat in Durban (Republik Südafrika) ist davon überzeugt, dass "diese preiswerte, schnelle und schmerzlose Methode besonders für Massenimpfungen geeignet ist und dabei helfen könnte, die Masern dauerhaft zu bekämpfen". Das gilt besonders für die wichtige Auffrisch-Impfung von Kindern im schulfähigen Alter. Eine einzige Impfung in frühester Kindheit reicht nicht aus, um langfristig gegen die Virusinfektion gefeit zu sein. Dilraj und seine Kollegen testeten 4327 Kinder im Alter von fünf bis vierzehn Jahren. Die eine Hälfte erduldete den üblichen schmerzhaften Pikser, während die anderen die Impfstoffe über eine Atemmaske als Aerosol einnahmen (Lancet, Bd. 355, S. 798). Der inhalierte Impfstoff war sogar noch wirksamer als der gespritzte. Er immunisierte 85 Prozent der Behandelten, die Injektion jedoch nur 79 Prozent. Auch ein Jahr nach der Anwendung war die Immunisierung durch den inhalierten Impfstoff noch effektiver.

Überirdisches für Außerirdische Botschaften an Außerirdische beschränken sich bislang eher auf harte Fakten.

Fremde Intelligenzen erfahren zwar in den Funkbotschaften von der Erde, wie das Wasserstoffatom oder unser Sonnensystem aufgebaut sind, dem Wesen des Menschen kommen sie aber wohl kaum auf die Spur. Denn beim Thema religiöse Überzeugungen herrscht bisher Funkstille. Auch die Bild- und Tonplatten der Voyager-Sonden schweigen sich über die heiklen Gefilde der Theologie aus.

Diese Lücke füllt jetzt der Psychologe Douglas Vakoch, der am kalifornischen SETI-Institut nach außerirdischen Zivilisationen sucht. Er bat zehn Personen unterschiedlichster Religionszugehörigkeit, 66 verschiedene spirituelle Aphorismen nach Ähnlichkeiten zu gruppieren. Mit diesen Daten erstellte Vakoch einen "Stammbaum" religiöser Äußerungen, um so möglichst konkrete und allgemein verständliche Schlagworte für spirituelle Inhalte herauszufiltern.

Im Falle eines Kontaktes mit Außerirdischen, hofft Vakoch, stünde damit endlich auch Gesprächsstoff über religiöse Fragen zur Verfügung.

Dramatischer Umbau Manchmal fragen sich die Eltern: Was tut sich nur hinter der pickligen Stirn des pubertierenden Nachwuchses? Die Antwort weiß Arthur W. Toga von der UCLA School of Medicine, Los Angeles. Er hat lebenden menschlichen Hirnen beim Wachsen zugesehen. Mithilfe eines Kernspintomographen fertigte der Neurowissenschaftler bei Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis fünfzehn Jahren immer wieder detaillierte Schnittbilder des Hirns an (Nature, Bd. 404, S. 190). Das schnellste Hirnwachstum erfuhren die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren - besonders in den Regionen, die für die Planung von Aktivitäten zuständig sind. Bei Probanden, die sich kurz vor oder gerade in der Pubertät befanden, nahmen dagegen Hirnbereiche für assoziatives Denken und Sprache zu. Im Alter von elf bis fünfzehn Jahren nahm der Wachstumsschub in diesen Arealen langsam ab. Der Befund, so die Autoren, korreliere auffällig mit der Tatsache, dass der Erwerb einer Fremdsprache nach dem zwölften Lebensjahr mühsam sei. Besonders interessiert waren die Forscher aber an den Umbauvorgängen in der Verbindung zwischen beiden Hirnhälften. Bei Alzheimer-Patienten wird genau dieser Hirnbereich am schnellsten geschädigt.