Seit längerem argwöhnen Aktionäre des ins Schlingern geratenen Baukonzerns Philipp Holzmann, dass die enge Zusammenarbeit zwischen ihrem Unternehmen und der Deutschen Bank nicht immer zum Vorteil des Bauunternehmens war. So hatte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz auf der Hauptversammlung im Dezember nachgefragt, ob die Rücknahme der Immobilie Galluspark I durch Holzmann auf Wunsch der Deutschen Bank erfolgt sei. Der Baukonzern hatte das Objekt zunächst an die schwedische Firma Alexanderssons verkauft und dann, nach deren Konkurs, wieder zurückgekauft. Der Deal bescherte Holzmann einen Verlust von 167 Millionen Mark, der Deutschen Bank aber blieb der Ausfall ihres Kredites, den sie den Schweden für den Kauf gewährt hatte, erspart.

Eine Antwort auf die Frage blieb Carl L. von Boehm-Bezing, Vorsitzender des Holzmann-Aufsichtsrates und Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, schuldig.

Ein Protokoll des Verwaltungsratsausschusses einer Holzmann-Tochter, der Vebag, aber ist deutlich. Der Ausschuss genehmige das zwischen der Deutschen Bank und Holzmann ausgehandelte Paket bezüglich der Übernahme der Gallus B.

V. durch die Vebag-Gruppe - "allerdings nicht, bevor der Präsident ein paar Auslassungen angebracht hat über das Thema Arroganz und Macht der Banken im allgemeinen und der Deutschen Bank im speziellen". Und die sind eindeutig: "Die Deutsche Bank hat Philipp Holzmann, diese wiederum uns, über den Tisch gezogen: im Mittelalter pflegte man den Deliquenten ... zunächst die Folterwerkzeuge zu zeigen, was in vielen Fällen deren Anwendung bereits überflüssig machte

man nannte dies verbale Territion

im modernen Strafrecht heißt das schlicht Nötigung."