Dagobert v. Nassauer, 60, professioneller ITB-Besucher Die Zeit: Sie gelten als Altmeister aller Schnorrer und Schmarotzer und besuchen seit Jahren regelmäßig die Internationale Tourismus-Börse in Berlin.

Dagobert v. Nassauer: Ich gehöre einfach zur Messe wie der Champagner zu den Franzosen. Aber früher war alles viel besser. Als ITB noch die Abkürzung für Internationale Trinker-Börse war. Da konnte man am Vormittag locker schon wieder den Pegel des Vorabends erreichen. Wenn ich an die Kate von Schleswig-Holstein denke ... Wer sich da schnell mit reinquetschte, hatte gleich sein Pils und seinen Köm auf dem Tisch.

Zeit: Und heute müssen Sie hungern und dürsten?

Nassauer: Nun ja, Salzstangen und Nüsse kann sich ja selbst der Normalbesucher an den Infoständen grapschen, wenn er nur ein bisschen Interesse für geführte Wanderungen mit Gepäcktransfer in Naturschutzgebieten heuchelt. Manchmal werden auch Wurststückchen oder Käsehappen ans Volk verteilt. Wo sich ein Pulk bildet, einfach durchstoßen. Wenn man Pech hat, ist es aber nur ein Glasbläser.

Zeit: Viel Aufwand für wenig. Wo gibt es mehr?

Nassauer: Um die Mittagszeit sollte man sich eine Pressekonferenz aussuchen.

Allerdings nur, wenn sie an einem Messestand stattfindet und schon etwa eine halbe Stunde läuft. Es macht sich gut, wenn man nach einer Pressemappe fragt.