Zehn Millionen Mark bietet Helmut Kohl der CDU an: als Bußgeld für seine "Fehler". Unerschütterliche Anhänger finden diese Geste "hinreißend" (Vera Lengsfeld), die vorsichtig distanzierte Mitte bewertet die Offerte etwas kühler, als "erfreulich" (Angela Merkel).

Es sind zwei Erbschaften, die der Altkanzler seiner Partei hinterlassen hat.

Weil er jahrelang anonyme Spenden einsammelte, stehen den Christdemokraten Strafgelder in Millionenhöhe ins Haus. Das ist der eine Nachlass. Der andere wiegt schwerer: Mit seiner Weigerung, wenigstens im Nachhinein die Hintergründe zu erhellen, setzt Kohl die CDU dem anhaltenden Verdacht aus, ihre Regierungspolitik sei käuflich gewesen. Das schadet der Partei mehr als jedes Loch in der Kasse.

Nicht der gebende, nur der redende Kohl kann der CDU aus der Klemme helfen.

Mit Kohls neuen Namensspenden lassen sich die Christdemokraten ihr moralisches Recht abkaufen, nach Kohls alten Spendernamen zu fragen. Die aber braucht die Partei, um einen echten Neuanfang glaubhaft machen zu können.

Vertrauen lässt sich manchmal nur "zurückgewinnen", wenn man dafür zahlt.