Erst einmal muss man mit Zacharias Zaster schimpfen. Da freut man sich auf Erotik, die einen lustvollen Zugang zur Welt der Wirtschaft ermöglichen soll. Oder auf so richtig schön verdorbene - und gleichzeitig einsichtsreiche - Parallelen zwischen Sex und Geld. Dann stellt man fest, dass den heißen Versprechungen wenig Taten folgen. Die wenigen sind von zweifelhafter Aussagekraft. Die Börse folgt dem Lustprinzip, gut und schön. Tiefer gehende Vergleiche muten fruchtlos an.

Der kleine Etikettenschwindel wäre nicht nötig gewesen. Ob er nun erotisch so versiert ist, wie er tut - Zacharias Zaster versteht einiges von Wirtschaft.

Mit leichter Hand vermittelt er, wie das Spiel an der Börse funktioniert.

Hinter dem Pseudonym Zaster verbirgt sich nach eigenen Angaben nicht nur ein erfolgreicher Liebhaber, sondern auch ein beliebter Schriftsteller. Und der erzählt uns die Geschichte seiner Wandlung. Ehemals ein der Ökonomie gegenüber skeptischer Post-68er, frei in der Liebe und verklemmt im Umgang mit Geld, hat er den neuen Kapitalismus schätzen gelernt.

Erst weigert er sich noch, es seinem Freund gleichzutun, der mit Aktien kräftig abzockt. Doch dann greift er zu - und fällt auf die Nase. Zaster lernt, dass gemeiner Verstand an der Börse nicht reicht. In euphorischen Zeiten zählt wohl begründete Skepsis nichts, und wenn die Börse anfängt, auf die Experten zu hören, ist sie schon so gut wie abgestürzt. Mächtige Anleger reden heute die einen Werte rauf und morgen runter. Was schon viel zu teuer scheint, wird noch teurer. Billiges will niemand haben. Und wer "billigst" ordert, so ein Fachterminus, der kauft in der Regel besonders teuer.

Banken sind Zaster nur im Weg. Ihre Berater empfehlen Papiere, die keiner mehr will. Vor allem rauben sie mit ihrer Mahnung zur Vorsicht alle Lust.

Doch wer hört noch auf Banken?