Sein Markenzeichen waren knallige Farben. Der 1926 geborene dänische Möbel- und Lampendesigner Verner Panton hatte nie Angst vor Rot, Orange, Lila oder Türkis. Er schuf utopische Kugelhäuser, von Op-Art inspirierte Möbel und psychedelisch geformte Lümmel- und Räkelmodule für ein alternatives Wohnen.

Höhepunkt seiner Karriere war Visiona II, eine 1970 auf der Kölner Möbelmesse gezeigte Wohnhöhle, die im Auftrag des Chemiekonzerns Bayer aufs bunteste die Anwendung der Kunstfaser Dralon demonstrierte. Ölkrise und neu erwachtes Umweltbewusstsein beendeten 1973 die Pop- und Plastik-Ära. Für Panton, der "nie Sehnsucht nach der Natur" verspürt hatte, brachen schwere Zeiten an.

Erst ein neuer Kunststoffboom und die Lust an Spaßdesign in der Mitte der neunziger Jahre machten den alten Dänen wieder zur Attraktion. Panton-Chair, Muschellampe und Herztütenstuhl wurden zu begehrten Second-Hand-Accessoires.

Aber mitten im Comeback starb Verner Panton, im September 1998. Jetzt zeigt das Design Museum der Möbelfirma Vitra in Weil am Rhein eine Hommage an den experimentellen Gestalter der sechziger Jahre (Katalog 88,- DM). Und für alle, die ein Stück poppige Designkultur testen wollen, ist die Phantastic Landscape der Visiona II von 1970 rekonstruiert.