Tun wir doch nicht so, als bestünde das emanzipierte Deutschland aus Restaurants, in denen Frau und Mann gleichzeitig das Portemonnaie zücken und den Kellner zwingen, die Rechnung in zwei ordentlich getrennte Quittungen zu verwandeln. Es gibt sie noch, die berufstätigen Frauen, die ihrem Partner unter dem Tisch das Geld zustecken, damit Knigge gewahrt bleibt. Man braucht keine Statistik, man muss nur hinsehen und hinhören, um festzustellen, dass das Thema Geld zu den weiblichen Geheimniskrämereien gehört, in denen sich, gut versteckt, alte Regeln tummeln können. Über Geld redet frau nicht, das ist unfein.

Deshalb, vielleicht, geht es vielen Frauen auch finanziell so dreckig. Geld hat und zeigt "man", frau schämt sich, wenn sie hat. Was ihr wert und wichtig sein könnte, spielt sie durch vornehme Nichtbeachtung so weit herunter, dass sie auf ewig an Reichtum hinter den weniger genierlichen Männern zurück bleibt. Behauptet jedenfalls Carola Ferstl, die zusammen mit Bodo Schäfer einen Richtungswechsel empfiehlt. Geld tut Frauen richtig gut heißt das Buch, es steht seit Wochen auf der Bestsellerliste.

Über 50 Prozent der Frauen verdienen heute genauso viel wie die Männer. Aber sie nähern sich ihrem Einkommen nicht liebevoll. Sie pflegen es nicht wie ihre Wohnung. Sie mehren es nicht so selbstverständlich, wie sie es heute oft mit ihrem Wissen tun. Entweder legen sie die freie Spitze ihres Lohnes aufs Sparbuch, oder sie geraten am Samstag und im Urlaub in einen Kaufrausch, der wie alle Rauschzustände zu einem Kater führt. Frauen haben nicht begriffen, dass der Umgang mit Geld ebenso eine Kompetenz ist, mit dem realen Leben umzugehen, wie Aus- oder Fortbildung, Teamfähigkeit oder Durchsetzungsvermögen im Beruf, klagt die Autorin. Seltsam eigentlich.

Kompetentes Töpfern in der Toscana haben sie schneller gelernt.

Solchen unbewussten Einstellungen widmen die Finanzjournalistin Carola Ferstl und der Selfmade-Millionär Bodo Schäfer breiten Raum in ihrem Buch.

Vernünftigerweise. Denn sie wissen, dass innere Haltungen die größten Hindernisse sein können, wenn man sich einem neuen Interesse zuwendet.

Gutmütigkeit werfen sie den Frauen vor. 27,2 Prozent aller verheirateten Frauen wissen nicht, wie viel ihr Mann verdient und fragen nicht danach, weil es Streit geben könnte.