Noch steht nicht einmal fest, ob der europäische Riesen-Jumbo A3XX jemals abheben wird, da basteln die Europäer schon an viel verwegeneren Plänen: einer Nachfolge der Concorde. Richtig, der Maschine, die Paris beziehungsweise London und New York seit drei Jahrzehnten innerhalb von dreieinhalb Stunden verbindet und ein finanzieller Reinfall ist - obwohl der Flug mehr als 13 000 Mark kostet. Die Concorde 2 soll noch schneller, größer und teurer werden. Verwirklichen sich die Träume von Dasa, Aérospatiale Matra und British Aerospace Systems, startet das Überschallflugzeug im Jahr 2025 mit 1000 Passagieren an Bord. Kleiner Haken: Irgendwo müssen noch 30 bis 40 Milliarden Mark Entwicklungskosten locker gemacht werden. Der lang gezogene Vogel mit den dreieckigen, einfahrbaren Flügeln wäre also dreimal so teuer wie eine Boeing 747. Die Amerikaner ihrerseits haben gerade erst alle Pläne für solch einen "ICE der Lüfte" verworfen: Das Projekt rechne sich nicht.

Aber in den Vereinigten Staaten glaubt man ja nicht einmal an den A3XX. Ganz anders in Frankreich, über das Abwinken auf der anderen Seite des Atlantiks freut man sich hier geradezu. Es sei nun umso dringlicher, dass Frankreich und Europa Position beziehen, meint Christiane Michaut vom Pariser Luft- und Raumfahrtforschungszentrum (Onera), denn ohne Konkurrenz erobere man sich so ein weltweites Monopol.

Ob sich ein solches auszahlen würde, ist fraglich. Aber zumindest in einem scheinen die Airbus-Vordenker weitergekommen zu sein. Sollte der A3XX gebaut werden, soll es nicht mehr Hamburg oder Toulouse, sondern Hamburg und Toulouse heißen, glaubt das französische Wirtschaftsblatt La Tribune zu wissen.