Ganz schön anstrengend, so ein Topjob im Management eines internationalen Konzerns. Dauernd über Globalisierung nachdenken, dauernd Fusionen anzetteln, verdauen oder abwehren. Da ist es nur recht und billig, dass man entsprechend entlohnt wird. Zeitgemäß geschieht das heute meist in Form von Aktien oder Optionen darauf. Der scheidende Coca-Cola-Boss, ein Mann von gerade mal 52 Jahren, durfte nach turbulenten Jahren mit zahlreichen Misserfolgen und Pannen bei sinkendem Aktienkurs jetzt gehen: Knapp 18 Millionen Dollar Bares und weitere rund 100 Millionen in Aktien sollen ihn davon abhalten, dass er bis zum Jahr 2007 bei der Konkurrenz anheuert.

Die Sorge, dass seine guten Leute von der begehrlichen Konkurrenz abgeworben werden könnten, treibt auch Jürgen Schrempp um. Deshalb will er auf der nächsten Hauptversammlung vorschlagen, dass gleich über alle Spitzenkräfte des DaimlerChrysler-Konzerns, vom Abteilungsleiter an gestaffelt aufwärts, ein Füllhorn von Aktienoptionen ausgeschüttet wird. Vorausgesetzt, sie schaffen es, den Kurs um 20 Prozent zu steigern. Auf die 6500 Unentbehrlichen würden bis zum Jahr 2005 dann schlappe 96 Millionen Aktien entfallen. Schon nach heutigem Kurs wären die gut 12 Milliarden Mark wert.

Natürlich müssen sich die Herren und wenigen Damen das erst sauer verdienen.

Damit's nicht gar so schwer wird, wurde der Kurstiefstand von gut 62 Euro als Basis gewählt. So muss es das Superteam schaffen, den Kurs nur leicht über das Startniveau des deutsch-amerikanischen Autoriesen anno 1998 zu hieven.

Wenn das dann keine reife Leistung ist.