die zeit: Sie haben vor kurzem eine 14-monatige Ausbildung als Trickfilmzeichner an der animation school hamburg abgeschlossen. Was haben Sie dort gelernt?

Michael Hülse: Durch die Anbindung der Schule an die Trickompany und das Animationsstudio Ludewig war die Ausbildung sehr praxisbezogen. Dort entsteht ein Großteil der deutschen Trickfilme. Ich habe alle Abläufe einer Produktion kennen gelernt. Vom Storyboard, den ersten Bildern zum Drehbuch, bis hin zur Animation, bei der die Bilder das Laufen lernen. Trickfilme entstehen in einem sehr arbeitsteiligen Prozess. Wir wurden von der Illusion fern gehalten, als Einzelner einen großen Film bewältigen zu können.

zeit: Welche Fähigkeiten muss ein Trickfilm-Schüler mitbringen?

Hülse: Zeichnen sollte man schon können. Für Grundlagen in Perspektive oder räumlicher Darstellung ist in den 14 Monaten keine Zeit. Die Bewerbungsmappe muss neben Zeichenproben auch den Entwurf eigener Figuren enthalten.

zeit: Haben alle 16 Absolventen der Schule einen Job zu bekommen?

Hülse: Ein Großteil ist direkt ins Berufsleben eingestiegen, bei der Trickompany oder in anderen Hamburger Studios. zeit: Woran arbeiten Sie zurzeit?

Hülse: Ich arbeite an dem neuen Ottifanten-Film. Am Anfang der Produktion habe ich Charaktere entworfen, jetzt zeichne ich Schlüsselposen für die Animation.