In England tut sich Beunruhigendes. Im Süden der Insel brummt die Wirtschaft.

Den Leuten geht es gut. Sie bauen sich aufwändige Eigenheime, legen Gärten mit großzügigen Wegen und Auffahrten an. Dem altindustriellen Norden geht es nicht so gut. Früher hatte man hier Kohle und Stahl, heute kümmert die Region vor sich hin. Da könne man dann ja auch gleich ihr Inventar verscherbeln, haben sich jetzt übel beleumundete Elemente gedacht - in den Süden nämlich, wo ja all diese großzügigen Auffahrten gebaut werden müssen. Denn wunderschöne Steine, schön antik und abgenutzt in Jahrhunderten, pflastern die Straßen der alten Arbeiterstädte. Genau so, wie der Bauherr aus Essex sie gerne mag. In Liverpool hat jetzt ein Trupp Männer, verkleidet als Bauarbeiter, gleich eine ganze Straße abgetragen. In Huddersfield wurde eine andere Verbrechergang bei ihrem schurkischen Tun gestellt. Die Stadtverwaltung ließ daraufhin die betreffende Straße teeren - die Pflastersteine sind zu wertvoll geworden, um einfach so auf der Straße zu liegen.

Holländische Nonnen Dass die Briten Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland nicht immer gut behandelten, ist bekannt. Doch es gibt Gegenbeispiele. So denkt etwa der gebürtige Österreicher Ernest Glanville, 75, ausgesprochen freundlich über das Land, das ihm und seinen Eltern Asyl gewährte. Aus gutem Grund. Dem Guardian gegenüber berichtete Glanville jetzt seine erbauliche Geschichte: "Ich konnte nicht nur die Schule beenden, ich kam sogar zur Home Guard und durfte die Cricketplätze und Rugbyfelder der St. Edmund's School bewachen. Bewaffnet war ich mit einer Gewehrattrappe und einer Packung Zigaretten. Mein Auftrag lautete, als holländische Nonnen verkleidete deutsche Fallschirmspringer abzuwehren, die die Sportplätze angreifen könnten. Und ich war sehr erfolgreich: Kein einziges Mal haben uns als holländische Nonnen verkleidete deutsche Fallschirmspringer angegriffen." Glück gehabt, Mr. Glanville.