Bald ist wieder Zeit für Schnäppchen. In einer Flut von Anzeigen und farbigen Beilagen werben Möbelhäuser, Garten- und Baumärkte jedes Frühjahr für formvollendete und doch so preiswerte Gartenmöbel aus unbehandeltem Holz.

Diese Möbelstücke sind nicht nur schön und scheinbar viel ökologischer als die herkömmlichen Plastikmöbel

sie sind auch praktisch, denn sie können nachts und bei Regen im Freien bleiben. Denn sie sind aus tropischem Hartholz und somit unempfindlich gegen die Witterung.

Einige zehntausend Kilometer weiter. Bis vor kurzem erstreckte sich in Kambodscha einer der unberührtesten, umfangreichsten Urwälder Asiens. Immer noch bietet der Wald zahlreichen vom Aussterben bedrohten Tierarten Schutz, etwa dem Tiger oder dem Kuprey-Wildrind. Doch vom Flugzeug aus sieht die Landschaft inzwischen aus wie das Fell eines räudigen Hundes, dem die Haare büschelweise ausgehen. Der australische Pilot Winston Usher fliegt seit vier Jahren für eine Missionsgesellschaft quer über Kambodscha, und jedes Mal entdeckt er neue Löcher im Blätterdach. Von oben kann man an vielen Stellen direkt auf den blanken, roten Boden blicken.

Hält die derzeitige Abholzungsrate an, dürfte es nur mehr drei bis fünf Jahre dauern, bis der Wald zerstört ist, schätzte vergangenes Jahr der Forstausschuss, den die kambodschanische Regierung eingesetzt hatte. Den Holzfällern folgen die Siedler. In der nordöstlichen Provinz Ratanakiri fliegt Usshers Cessna über schier endlose geschwärzte Flächen, wo durch Brandrodung Land gewonnen wird. Innerhalb weniger Jahre wird aus dem ökologisch fragilen Trockenwald eine savannenartige Landschaft werden.

Jenseits der Grenze, in Vietnam, kann man schon heute sehen, welche Zukunft Kambodscha droht. Es ist die gleiche rote Erde, die gleiche gewellte Landschaft. Doch die einst dicht bewaldeten Hügel sehen aus wie gerupfte Hühner, auf denen nur noch ein paar Federkiele übrig geblieben sind - und das ist, wie die vietnamesischen Bauern erzählen, keineswegs nur die Schuld der amerikanischen Entlaubungsaktionen mit Agent Orange. "Wald ist Gold", hatte Vietnams Revolutionär Ho Chi Minh erklärt, "eine Zerstörung des Waldes wird schlimme Auswirkungen sowohl auf das Leben als auch auf die Produktivität haben." Seine Mahnung verhallte, Wald gibt es in Vietnam nur noch in entlegenen Gegenden.

Die einst bewaldeten Hügel sehen aus wie gerupfte Hühner