Mit Mutter Teresa war zu rechnen, die eigentliche Überraschung ist Onkel Ho. 11 Minuten und 45 Sekunden hat Patti Smith ihm gewidmet, ein magisches Rezitativ von Stück, mehr geraunt als gesungen, während die Band kongenial das Tempo verschleppt. Man soll die Mühen der Ebene spüren, aber auch den Geist, der sie überwindet. Man soll nach Anhörung frohen und erhobenen Mutes seiner Wege gehen.
Die unwahrscheinlichste Rocknummer des jungen Jahres 2000 ist eine Ode an Ho Chi Minh. Auf Gung Ho , dem neuen Album der Patti Lee Smith, begegnet er als Mann franziskanischer Ideale, sein Bart von der Farbe des Reiskorns, das das Volk sät, sein Gesicht von der Farbe des Tees, den es trinkt, ein bescheidener, aber getreuer Diener seiner Mission. "Awake, my little one, the seed of revolution!", singt Patti, denn siehe, "the people kneel, and the men they toil, yet not for their own, and the children are hungry, and the wheel groans".