Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen 64 Exemplare des deutschen Spürpanzers Fuchs kaufen. Der grüne Parteitag lehnte dies am Wochenende für den Fall ab, dass der arabische Staat die Menschenrechte missachte - was er nachweislich tut. Rudolf Scharping kontert: Mit dem Panzer könne niemand unterdrückt werden, denn er sei kein Kampffahrzeug, sondern ein fahrendes Labor, das atomare, biologische und chemische (ABC-)Kontamination ermittelt.

Was ist das für eine Militärtechnik, um die sich die Regierungskoalition streitet?

Die Spürversion ist fünfmal so teuer und enthält Sonden zum Sammeln von Boden- und Luftproben sowie Analysetechnik. Beinahe eine Million Mark kostet allein das Massenspektrometer: Es verdampft Proben, lädt die Atome auf, beschleunigt sie und lenkt den Strahl ab - und je geringer das Gewicht eines Teilchens, desto leichter lässt es sich ablenken; auf diese Weise kommt die Maschine den Substanzen in der Probe auf die Spur. Nicht minder aufwändig ist der mikrobiologische Analysator.

Solche Labortechnik leistet sich nur, wer ernsthaft ABC-Angriffe fürchtet. Die VAE wollen den Panzer also nicht zu dem Zweck anschaffen, jemanden zu terrorisieren - da bietet der Weltmarkt für Radpanzer Billigeres. Auch die von den Arabern gewünschte Zusatzpanzerung ließe sich woanders bestellen.

Gleichwohl ist die Behauptung falsch, der Fuchs sei technisch ungeeignet für Kampfeinsätze. Mit der Grundversion zum Beispiel sichert die Bundeswehr im Kosovo Straßen und Brücken; mit der Spürversion ginge das genauso gut. Geradezu wunderlich ist die Forderung der sonst so fachkundigen grünen Verteidigungsexpertin Angelika Beer: Sie verlangt, dass der Spürfuchs kein Maschinengewehr trägt. Aber wer wollte die Araber daran hindern, einen passenden Drehkranz aufzumontieren? Und selbst ohne eine solche Waffe bliebe der Fuchs ein Panzerwagen, geeignet für den inneren Einsatz. Wer indes unter Kriegsbedingungen nach ABC-Kampfstoffen suchen will, braucht das Gewehr auf dem Dach; sein Zweck ist es, Feinde in die Flucht zu schlagen, die mit Panzerfäusten oder Brandflaschen anrücken. Fast jeder militärische Transport-Lkw hat eine Lafette für ein Maschinengewehr.

In der Presse war zu lesen, die Araber wollten perfiderweise ein besonders starkes MG montieren, mit 12,7-Millimeter-Munition anstatt mit dem bundeswehrüblichen Kaliber 7,62. Kein sehr starkes Argument. Die 12,7 Millimeter sind Weltmarktstandard, und wenn die Herstellerfirma Henschel den Drehkranz so baut, dass er sich für das schwerere MG eignet, wird der Fuchs auch dadurch nicht zu einem Schützen- oder gar Kampfpanzer.

Die Technik gibt keiner Seite Recht. Das Problem muss rein politisch diskutiert werden: Wollen wir einem Staat rüsten helfen, der Menschenrechte verletzt?