Jeder kennt das: In einer Prüfung vergisst man durch das große Bibbern sogar das gründlich Gelernte. Dafür gibt es eine biologische Ursache: das bei Stress freigesetzte Hormon Cortisol. Dies zeigt eine Studie, die Dominique de Quervain und Kollegen von der Universität Zürich durchgeführt haben.

Testpersonen bläuten sich 60 unzusammenhängende Wörter ein (Nature Neuroscience, Bd. 4, S. 313). Probanden mit künstlich erhöhtem Cortisolspiegel erinnerten sich deutlich schlechter an die Wörter als diejenigen, die nur ein Placebo verabreicht bekamen. Die Fähigkeit jedoch, das Gepaukte in einer Liste mit 60 zusätzlichen Wörtern herauszupicken, blieb von der hormonellen Veränderung weitgehend unbeeinflusst.

Lautes Lächeln "Ist was? Du klingst so sauer?" Menschen haben ein feines Gespür für den emotionalen Zustand eines Sprechers. Nicht nur am Fuchteln und Fluchen lässt sich der Verstimmte erkennen. Wie Gefühle in den Klang unserer Stimme einfließen, untersuchten Kommunikationswissenschaftler um Walther Sendlmeier von der Technischen Universität Berlin. Die TU-Forscher legten dafür emotional eingefärbte Sätze auf die akustische Goldwaage. Ihr Befund: Wie die Euphorie beschleunige Ärger den Redefluss, führe aber nicht zum Nuscheln, sondern schärfe die Aussprache. Trauer dagegen lässt die Stimme hauchend klingen, da die Stimmbänder viel weicher schwingen. Bei Angst kann sich die Tonlage um etwa eine Oktave erhöhen und die Satzmelodie wird monotoner. Im nächsten Schritt möchte Sendlmeier nun mit seinen Erkenntnissen Computerstimmen programmieren. Dann soll sich zeigen, ob auch ein Rechner sich freuen oder eine große Klappe riskieren kann.

Langsam, aber gewaltig Wie ausgewechselt präsentiert sich die frisch gewählte Fachgutachterriege der Deutschen Forschungsgemeinschaft: 450 der 650 ernannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind neu dabei und sollen Schwung und Innovation in die Forschungsförderung bringen. Im Vergleich zur 1995er Wahl sank das Durchschnittsalter um 2,5 auf 53,2 Jahre, außerdem schoss der Frauenanteil von mageren 4,4 auf satte 7,7 Prozent hoch. Hält dieser begrüßenswerte Trend an, dann dauert es nur bis 2065, bis mehrheitlich Forscherinnen unter 35 über die Geschicke der deutschen Wissenschaft entscheiden.