Schon seit 1934 hat es eine liberale Widerstandsgruppe unter Führung des Berliner Richters Ernst Strassmann und des Hamburger Kaufmanns Hans Robinsohn gegeben, die konspirativ arbeitete, ein dezidiert liberales Kontrastprogramm zur NS-Politik erarbeitete, den reichsweiten Ausbau der Gruppe über Jahre hinweg betrieb, Kontakte mit den sozialdemokratischen und dem nationalkonservativen Widerstand knüpfte und angesichts der drohenden Kriegsgefahr auch Auslandskontakte des deutschen Wid erstands erschloss, die auch noch im Zweiten Weltkrieg genutzt werden konnten.

Es geht mir gewiss nicht um eine Glorifizierung des liberalen Widerstands, aber daran geht kein Weg vorbei: Gegeben hat es ihn, und führende Vertreter des deutschen Widerstands haben mit ihm kooperiert.

Dr. Horst R. Sassin Solingen

Für den Autor des Buches ist das Wort "Widerstand" etwas ganz anderes als für den Rezensenten. Wie kann daraus eine Rezension nach Maß werden?

Bosch hat es mit Erfolg verhindert, den nationalsozialistischen Einfluss in sein Unternehmen allzu sehr eindringen zu lassen. Dazu brauchte es viel Stehvermögen, feste Überzeugung, Mut und die Bereitschaft, sich diffamieren zu lassen. Darf, muss man das nicht schon Widerstehen, Widerstand, nennen? In Stuttgart weiß man noch heute, dass Bosch vielen Juden, "Halbjuden" und politisch Missliebigen geholfen hat, ihnen Geld für die Auswanderung gab, sie in seinen Fabriken versteckte, sie als kriegswichtig-unersetzlich schützte.

Manch anderer hat so etwas auch getan, sehr viele andere aber leider nicht.

Die Bosch-Oberen haben - vor und im Krieg - Beziehungen zu den Westmächten unterhalten, zuerst, um Hitler zu zähmen, später, um ihn zu stürzen. Sie haben Gördeler und andere finanziert, und sie unter dem Vorwand von Geschäftsreisen im In- und Ausland gegen das Hitler-Regime konspirieren lassen. Sie wussten genau und billigten, was Gördeler und die anderen mit Bosch-Hilfe unternahmen.