"Mit Marketing allein", hat Klaus Piper einmal gesagt, "können Sie überhaupt nichts anfangen. Es sind doch immer die Inhalte, über die wir reden und deretwegen wir Bücher drucken." Nach dem Tod Reinhard Pipers, seines Vaters, des Verlagsgründers (über den Kandinsky gesagt hat: "Piper ist doch die feinste Firma, und dazu eine Münchner"), leitete Klaus Piper den Verlag allein. Das war 1953, und unter seiner Führung kamen Philosophen wie Jaspers, Arendt und Kolakowski hinzu, Schriftsteller wie Ingeborg Bachmann, Giorgio Bassani und Sten Nadolny. Wie sein Vater hatte er einen Sinn für das anspruchsvolle, öffentlichkeitswirksame Sachbuch auf den Gebieten der Musik, der Kunstgeschichte und der Theologie, aber anders als sein Vater verstand er sich nicht dazu, die Geschicke des Hauses in die Hände des Sohnes zu legen.

1995 verkaufte er den Verlag an die schwedische Firmengruppe Bonnier. Klaus Piper war einer der letzten Verlegerpersönlichkeiten der alten Bundesrepublik, die die geistige Situation der Zeit mitgeprägt haben. Er ist dieser Tage im Alter von 88 Jahren gestorben.