Zurzeit leisten in Deutschland 1750 Teilnehmer ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Sie sind vielerorts zu einem unentbehrlichen Teil der Umweltarbeit geworden. Doch dieses Jahr wird auch als Bildungsjahr verstanden. Steigende Bewerberzahlen für das Freiwillige Ökologische Jahr und anderer Dienste im Ausland zeigen mir, dass Jugendliche an der Gestaltung einer "besseren Gesellschaft" teilhaben wollen.

Ein Freiwilliges Jahr nützt dem Teilnehmer und in zweifacher Weise der Allgemeinheit: durch die verrichtete Arbeit und die Motivation, die der Jugendliche über das Jahr hinaus mitnehmen kann. Projekte wie diese bedürfen der Förderung. Ohne die Hilfe der "fertigen Gussformen" ist da nicht viel zu machen!

Wie viel ist den politisch Verantwortlichen und der Gesellschaft freiwilliges Handeln wert? Leider kommen wir am Ende wieder beim Thema Geld an.

Übrigens: Am 20. April findet der Bundesaktionstag des Freiwilligen Ökologischen Jahres 2000 statt. Unterstützung seitens der Verantwortlichen im Bundesministerium ist bis jetzt verwehrt geblieben.

Miriam Wüst, Klanxbüll Bundessprecherin des FÖJ

Der Wunsch von Schülern, später gut bezahlte Berufe auszuüben, ist völlig normal, diesen habe ich auch. Dieser Wunsch wird jedoch dann unmoralisch, wenn ich genau weiß, dass die Firma, in der ich arbeite, dafür verantwortlich ist, dass irgendwo in armen Ländern Menschen sterben, hier, aufgrund von Aktionärsdruck, Tausende entlassen werden, um einer Oberschicht möglichst viel Geld in die Taschen zu tragen. Das stetige Wachsen der Aktienmärkte, alle haben diese Papierchen irgendwo gebunkert, ist doch unmoralisch. Der ständig steigende Druck, den die Wirtschaft auf die Menschen ausübt und ihre Existenz durch Armut bedroht, bringt viele dazu, sich den wirtschaftlichen Forderungen zu beugen und die moralischen Werte zugunsten eines gefüllten Geldbeutels zu opfern.

Dass sich nun Menschen in Selbsthilfegruppen organisieren, hat wenig mit Moral als einer "Ressource" zu tun, zeugt vielmehr davon, dass es das Bedürfnis nach ebenden, durch die kapitalistische Entwicklung verloren gegangenen, moralischen Werten gibt. Allerdings führt dies nicht dazu, dass sich Menschen gegen eine falsche Entwicklung der extremen sozialen Ungleichheit wehren, nein, sie machen alle mit, um noch schnell die Taschen so voll wie möglich zu bekommen, um so gut wie möglich unter diesen Umständen zu leben. Das ist der Fortschritt in der heutigen Zeit!