Auch Fensterglas kann als Speichermedium dienen - falls es entsprechend behandelt wird. Das fanden Physiker um Heinrich Graener an der Universität Halle heraus: Sie verbackten Silberkügelchen mit Glas und bestrahlten es mit extrem kurzen und intensiven Laserimpulsen. Je nach Intensität und Frequenz verformten sich die Kügelchen auf charakteristische Weise, auch die Farbe des Glases änderte sich. Als mögliche Anwendung hoffen die Physiker, mit Laser, Silber und Glas Daten besonders sicher zu speichern.

Sternensuche im Archiv Astronomen sollten statt des Himmels mal öfter die Archive absuchen, fordert die Europäische Südsternwarte ESO. Denn in den "unendlichen Weiten" der astronomischen Datenflut ließe sich so manches entdecken. Allein die großen ESO-Computerarchive umfassen mittlerweile sieben Terabyte an Daten, jährlich kommen rund fünf Terabyte hinzu (ein Terabyte entspricht der Informationsmenge von etwa einer Million Büchern à 500 Seiten). Gespeichert sind Beobachtungen mit verschiedensten Instrumenten wie dem Hubble-Weltraumteleskop und den ESO-Teleskopen in Chile. Die Qualität dieser astronomischen Daten macht die Archive nach Meinung der ESO zu einem erstklassigen "virtuellen" Teleskop. Bei dessen Nutzung entfalle zudem das übliche, lästige Gerangel um Beobachtungszeiten. Vorschläge für das Projekt "Astrovirtel" werden von der ESO bis Juni entgegengenommen.

Kunstknie vom Robodoc Bei künstlichen Hüftgelenken ist das Verfahren schon länger erprobt, nun helfen Computer auch beim Einpflanzen von kniffligen Knieimplantaten: Der Chirurg Martin Börner vom Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus in Frankfurt hat mithilfe von Robodoc erstmals eine Knieprothese eingesetzt.

Während erfahrene Chirurgen dabei höchstens bis auf etwa einen Millimeter genau arbeiten, behauptet Börner, mit seinem dreidimensionalen Planungssystem "Orthodoc" und einer computergesteuerten Fräsmaschine eine Passgenauigkeit von 0,05 Millimetern erzielen zu können. Diese Präzision führe zu einer längeren Haltbarkeit der Prothese, Wechseloperationen seien seltener notwendig. Der Beweis hierfür bleibt allerdings abzuwarten.

Planetare Trostpflaster In der vergangenen Woche verkündete Nasa-Boss Daniel S. Goldin einen "sensationellen Durchbruch" bei der Suche nach erdähnlichen Planeten im All: Um die Sterne HD46375 im Sternbild Einhorn und HD16141 im Walfisch kreisten zwei etwa saturngroße Planeten. Der Durchbruch in mehr als hundert Lichtjahren Entfernung kam wie gerufen. Tags zuvor musste die Nasa erklären, warum ihr verschollener Mars Polar Lander wie ein Stein auf den Mars geknallt war. Wegen eines Sensorfehlers hatten sich die Bremsraketen schon in 40 Meter Höhe ausgeschaltet. Eigentliche Ursache waren mangelnde Sorgfalt bei der Flugvorbereitung und Überlastung von Nasa-Angestellten.