Vier Tage nach dem Start seiner Finanzzeitschrift Focus Money den Chefredakteur zu verlieren, das ist eine Blamage für Helmut Markwort. Ausgerechnet der Spiegel hatte den Interessenskonflikt von Manfred Schumacher publik gemacht. Den Rücktritt will Herausgeber Markwort jedoch nicht als Eingeständnis eines Fehlers gewertet wissen, sondern als "honoriges Verhalten" Schumachers, um "ungerechtfertigte Angriffe" abzuwehren, wie er werben & verkaufen sagte. Markwort ist sich keiner Schuld bewusst, obwohl er zumindest teilweise über die fragwürdige Nebentätigkeit informiert war. Zudem tauchten bereits in Heft eins die Namen zweier Aktienfirmen als Kaufempfehlung auf, die von Schumachers Ehefrau beraten wurden. Nicht einmal Schumacher selbst bestreitet, entgegen einer vertraglichen Abmachung ohne Genehmigung im Aufsichtsrat einer Firma tätig gewesen zu sein ("Das habe ich einfach vergessen"). Ebenso wenig bestreitet er, in Vertretung seiner Frau Kunden ihrer AG für Finanzmarketing betreut zu haben. In Heft zwei konnte sich Focus Money weder zu einem Hinweis auf den Rücktritt des Chefredakteurs noch zu einer Entschuldigung bei den Lesern durchringen. Stattdessen schreibt einer der beiden Nachfolger Schumachers: "Das Echo auf den Start von Focus Money hätte erfreulicher kaum ausfallen können." Versuchte Ironie?

Vor zwei Wochen hat Diane Sawyer, Starmoderatorin des US-Senders ABC, den sechsjährigen Elián González in Miami interviewt - um herauszufinden, ob das Flüchtlingskind tatsächlich in den USA bleiben wolle. Dazu musste sich Frau Sawyer in Eliáns Spielzimmer auf den Boden legen und sich mit Farbe beklecksen. Zunächst kündigte ABC den Versuch eines Gesprächs als Beginn eines mehrteiligen Exklusivinterviews an. Als es Kritik wegen des Alters des Kindes gab, wollten die ABC-Manager plötzlich kein Interview mehr geführt, sondern dem Kleinen nur einen "Besuch" abgestattet haben.