Wer seinen Kindern mit einer soliden Ausbildung zu einem guten Job verhelfen will, muss tief in die Tasche greifen. Schon für die Lehrgänge zum Handwerksmeister müssen rund 15 000 Mark investiert werden. Ein Ingenieurstudium an einer öffentlichen Fachhochschule kostet bereits 70 000 Mark. Private Hochschulen kassieren zum Teil mehr als 10 000 Mark pro Semester. Soll der Nachwuchs auch noch Erfahrungen im Ausland sammeln und für einige Zeit beispielsweise an einem amerikanischen College studieren, müssen die Eltern zusätzlich drauflegen.

Rechtzeitige finanzielle Vorsorge ist daher sinnvoll. Eltern, die nicht auf das Kindergeld angewiesen sind, sollten diesen Betrag deshalb gewinnbringend anlegen. Die beliebteste Sparform ist eine klassische Ausbildungsversicherung. Das ist eine spezielle Form der Kapitallebensversicherung, die so genannte Termfix-Police. Der Vertrag wird auf das Leben des Vaters oder der Mutter abgeschlossen, Versicherungssumme plus Überschussanteile werden zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt an das Kind ausgezahlt - in der Regel am Ende der Schulzeit. Die Besonderheit dieser Sparform: Stirbt der versicherte Elternteil vorzeitig, übernimmt die Assekuranz die weiteren Beiträge. Das Kind bleibt in vollem Umfang abgesichert.

Die Rendite, die die Ausbildungsversicherung einbringt, ist mit bis zu sieben Prozent zwar eher mager. Dafür haben Eltern aber die Sicherheit, dass bei Ausbildungsbeginn ihres Kindes tatsächlich eine kalkulierbare Summe zur Verfügung steht. Die Versicherungslösung hat noch einen Vorteil: Wer den Vertrag mindestens zwölf Jahre laufen lässt, für den sind die Zinserträge steuerfrei.

Als eine Alternative zur Ausbildungsversicherung können Eltern das reine Sparen auch vom Risikoschutz trennen. Eine Risikolebensversicherung mit einer Summe von 120 000 Mark ist bereits für rund zehn Mark im Monat zu haben. Das Sparkapital kann wahlweise in einen Sparvertrag bei der Bank oder in einen Fondssparplan fließen. Wichtig zu wissen: Banksparpläne haben häufig mehr Tücken als angenommen. Unterschiedliche Varianten mit festem oder variablem Zins und unterschiedlichen Bonussystemen erschweren die Wahl des richtigen Vertrages. Um die Offerten vergleichen zu können, sollten Eltern sich immer den effektiven Jahreszins ausrechnen lassen. Unter steuerlichen Gesichtspunkten sind Verträge mit jährlicher Zinszuschreibung sinnvoll. Die Erträge können mit dem Sparerfreibetrag - 3000 Mark für Singles, 6000 Mark für Ehepaare - Jahr für Jahr verrechnet werden. Wer sich alle Zinserträge auf einen Schlag auszahlen lässt, beispielsweise über einen hohen Schlussbonus, muss einen großen Teil davon an das Finanzamt überweisen.

Fondssparen bringt Rendite und das nötige Lehrgeld ein

Die höchste Rendite kann das Fondssparen bringen. Kursgewinne sind steuerfrei, sofern die jeweiligen Aktien oder der Aktienfonds mindestens ein Jahr lang gehalten werden. Nur die Dividenden müssen versteuert werden. In den vergangenen Jahren haben sich vor allem Aktienfonds als Ertragsknüller erwiesen - mit einer Rendite von durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr. Wer langfristig sparen will, kann daher getrost in einen Sparplan mit Aktienfonds investieren. Eltern, die für ihren Nachwuchs beispielsweise über die vergangenen zwanzig Jahren regelmäßig in den DekaFonds (deutsche Aktien) eingezahlt hatten, konnten sich sogar über einen Wertzuwachs von fast zwölf Prozent pro Jahr freuen. Und: Je länger gespart wird, umso geringer fallen die üblichen Anlagerisiken aus. Sparer, die jeden Monat einen bestimmten Betrag in einen Aktienfonds einzahlen, erwerben die Anteile entsprechend den Kursschwankungen an der Börse mal zu geringen, mal zu höheren Preisen. "Damit kommen Sie auf längere Sicht zu einem günstigen Durchschnittskurs", erläutert der Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften. Die Kursausschläge werden so über die Jahre geglättet.

Neu auf dem Markt ist eine fondsgebundene Ausbildungsversicherung, die die Württembergische und Badische Versicherung aus Heilbronn unter der Bezeichnung Kid's Best anbietet. Es ist eine Mischung aus klassischer Ausbildungsversicherung und Fondssparen. Die Police kombiniert einen Investmentsparplan mit dem Risikoschutz, falls ein Elternteil stirbt. Interessant ist die Wahlmöglichkeit, die das Kind hat: Es kann sich die Versicherungssumme wahlweise etwa bei Beginn des Studiums auszahlen lassen oder den Vertrag weiterführen. Junge Leute verfügen damit schon frühzeitig über eine gute Basis für den langfristigen Aufbau eines Vermögens und für ihre Altersvorsorge. Die gleiche Flexibilität bietet auch der Fondssparplan bei der Bank.