Wenn zwei eng verwandte Tierarten im selben Gebiet um die selbe Nahrung konkurrieren, vertreibt nicht zwangsläufig der Stärkere den Schwächeren. Bei zwei amerikanischen Salamandern fanden Evolutionsbiologen jetzt ein Indiz dafür, wie eine friedliche Koexistenz möglich ist (Proceedings of the National Academy of Sciences, Bd. 87, S. 4106). Dafür untersuchten Forscher der Universität New York in Stony Brook die Kieferformen von Plethodon cinereus und Plethodon hoffmani. Dort, wo die beiden Arten zusammenleben, in einem schmalen Gürtel in Pennsylvania, unterscheidet sich ihr Kieferbau wesentlich deutlicher als sonst. Statt um dieselbe Beute zu kämpfen, spezialisierte sich jede Art auf unterschiedliche Beutetiere. Während P.

cinereus einen Kiefer besitzt, mit dem sich kleinere Tiere besser erlegen lassen, kann P. hoffmani vor allem größere Beute zur Strecke bringen.

Entschlüsselter Reis Das amerikanische Bio-Tech-Unternehmen Monsanto will das vollständige Erbgut von Reis entschlüsselt haben. Damit wäre auch dieses Vorhaben, ähnlich wie die Entzifferung des menschlichen Erbguts, Jahre vor dem angepeilten Datum abgeschlossen. Monsanto, bislang bekannt für gentechnisch veränderten Mais und verrufen wegen seiner aggressiven Geschäftspolitik, geht in Sachen Reis auf Schmusekurs zu öffentlich finanzierten Forschungsinstituten. Im Februar nahm die Firma Kontakt zum International Rice Genome Sequencing Project auf.

Ob der Konzern Genpatente für Reis anmelden wird, ist noch offen.

Rückläufige Latexallergien Latexallergien gehen stark zurück, seitdem in Arztpraxen und Krankenhäusern zunehmend puderfreie Latexhandschuhe verwendet werden. Das meldet die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Der Puder, der das unangenehme Verkleben der Handschuhe vermindern soll, verbindet sich nämlich mit den Latexproteinen, und genau das kann dann stark juckende Quaddeln oder sogar Asthma verursachen. Der Anstieg der Latexallergien seit den neunziger Jahren hing vor allem mit dem vermehrten Gebrauch medizinischer Handschuhe zum Schutz vor HIV-Infektionen zusammen.

Deshalb startete die BGW 1996 eine bundesweite Präventionskampagne. Mit Erfolg, denn von über 1200 Fällen im Jahre 1998 sackte die Zahl der Latexallergien 1999 auf nur noch 862 Fälle.

Still abgekupfert Ein Science-live-Mobil des Bundesforschungsministeriums startete kürzlich in Berlin zur Deutschland-Tour. Es besteht aus einem Sattelschlepper mit eingebautem Gentechniklabor und soll helfen, die Öffentlichkeit über Chancen und Risiken der Gentechnik aufzuklären. Schülern bietet es die Gelegenheit, selbst Experimente zu machen. So neu, wie in der Pressemitteilung vorgestellt, ist das Projekt allerdings nicht. Ministerin Edelgard Bulmahn (SPD) konnte bei dem Projekt von den Erfahrungen des bayerischen Kultusministeriums (in CSU-Händen) profitieren, das sich ein ähnliches Fahrzeug bereits seit drei Jahren leistet. Innovation ist auch mit den alten Ideen des politischen Gegners zu haben.