Wildes Wetter. Ein literarischer Begleiter durch Heiteres und Wolkiges hrsg.

von Horst Kutzer Reclam Verlag, Leipzig 2000 251 S., 16,90 DM "Der Regen", sagt Karl Valentin, "ist eine primöse Zersetzung luftähnlicher Mibrollen und Vibromen." Ob Frau Dr. Karla Wege (auch sie ist hier vertreten, danke!) dem zustimmt? "In der Sonne sehen die Menschen aus, als verdienten sie es zu leben", sagt Canetti. Verdienen sie es also? Jean Paul wiederum: "Nichts am Himmel gebiert uns so oft und leicht Gewölk als seine Bläue." Diese kleine, liebevolle Sammlung kann nur Grundstein einer Bibliothek sein, die erst noch folgen muss: Die Literatur des Wetters ist die Literatur.

Rainer Malkowski: Im Dunkeln wird man schneller betrunken.

Hinterkopfgeschichten Nagel & Kimche, Zürich 2000 79 S., 26,- DM "Ein Mann, der unter einer Wolke lebt. Wohin er auch geht, die Wolke wandert mit ihm. Alle Bekannten sehen es, hilflos - entfernen sich kopfschüttelnd unter einem strahlend blauen Himmel." Der Dichter Malkowski schreibt uns hier kleine Maximen und Reflexionen, aparte Beobachtungen, Kürzestgeschichten, lang genug, um mal kurz aus dem Fenster zu schauen, gedankenverloren. "Es ist besser, den Text lang zu halten, wenn man wenig zu sagen hat. Bei einem kurzen Text fiele es sofort auf."