Die Hauptstadtkultur rast weiter auf den großen Crash zu. Nachdem Diepgen eine Etaterhöhung für das Kulturressort ausgeschlossen hat, hatnun Michael Naumann gleichgezogen. Er könne, sagte er, keine zusätzlichen Gelder bereitstellen. Wie sollte er Sonderleistungen rechtfertigen, wo doch ansehnliche Teile der gezahlten 100 Millionen im Berliner Haushalt versickert seien, bevor sie der Kultur zugute kommen konnten? Recht so: Selbst wenn er es könnte, müsste man ihm abraten. Berlin lauert derzeit auf jede Gelegenheit, Verantwortung abzuschieben. Naumann fordert von Diepgen nun einen "kulturpolitischen Offenbarungseid" vor dem Bundestag, um dem ganzen Land die Misere begreiflich zu machen. Natürlich wird es diese Blut-, Schweiß- und Tränenrede niemals geben. Wer sollte Diepgen auch abnehmen, dass ihm das Geringste an der Kultur liegt? Zudem wurde soeben ruchbar, dass die größten Löcher noch einmal durch die Umwidmung von Lotto-Mitteln geflickt werden sollen, die eigentlich für einzelne Projekte reserviert sind. Was muss eigentlich noch passieren, bis die Stadt merkt, dass es so nicht mehr weitergeht?