die zeit: Sie nehmen als Mentee an einem Cross-Mentoring-Projekt teil. Was heißt das genau?

Bettina von Scheven: Es geht vor allem darum, weiblichen Managementnachwuchs zu fördern. Lufthansa, Deutsche Bank, Commerzbank und Telekom haben sich zu diesem Projekt zusammengeschlossen. Alle teilnehmenden Frauen bekamen einen Mentor von einem Partnerkonzern zugeteilt. So wurden zwölf Paare gebildet.

Ich selbst bin Leiterin Konzern- und Großkredite im Immobilienbereich der Deutschen Bank. Mein Mentor, Jochen Hoffmann, 58 Jahre, ist Bereichsleiter Konzern-Personalpolitik bei der Lufthansa. Eigentlich sollten wir nur für ein Jahr, also bis Herbst 99, zusammenarbeiten. Aber wir haben immer noch Kontakt.

zeit: Wie sieht diese Zusammenarbeit konkret aus?

Von Scheven: Ich besuche meinen Mentor einmal im Monat. Dann diskutieren wir viel über Führungsstil und Strategien im Topmanagement. Aber wir besprechen auch Sachfragen, wobei wir dann unsere Urteile gegeneinander abwägen. Dieses Feedback macht mich sicherer im Auftreten. Und ich setze mich außerdem mit meinem beruflichen Verhalten intensiver auseinander. So habe ich mir auf Vorschlag meines Mentors einen Traum erfüllt und nehme jetzt Klavierstunden.

Das hat mir geholfen, die Balance zwischen Job und Freizeit zu halten. Mein Mentor profitiert aber ebenso. Er lernt über mich eine andere Unternehmenskultur kennen und hat einen besseren Überblick über die Anforderungen an den Nachwuchs.

zeit: Brauchten berufstätige Frauen in Deutschland generell mehr Mentoring?