die zeit: Sie sind Träger des angesehenen Maier-Leibnitz-Preises und hatten mit 34 Jahren bereits einen Lehrstuhl für Physik an der Universität Twente in den Niederlanden. Lässt die Forscherkarriere noch Platz für anderes in Ihrem Leben?

Detlef Lohse: Ja, zum Beispiel für meine Frau und meine kleine Tochter Mareike. Aber Forscher haben keine geregelte 40-Stunden-Woche, das ist klar.

Ich arbeite oft 70 Stunden in der Woche und auch am Wochenende.

zeit: Haben Sie Ihre Entscheidung für die Forschung jemals bereut?

Lohse: Nein. Ich habe auch nie hin und her überlegt, ob ich in die Forschung gehen soll oder nicht. Es war für mich einfach klar - und ich glaube auch, dass das so sein muss. Physik ist kein Job, das ist eine Lebenseinstellung.

zeit: Was fasziniert Sie so daran?

Lohse: Es ist unglaublich befriedigend, wenn man die Lösung für ein wissenschaftliches Problem findet. In harter Arbeit trägt man Puzzleteilchen zusammen - oft jahrelang. Und dann, auf einmal, kommt der Geistesblitz, die Idee, die die Puzzleteilchen zu einem stimmigen Ganzen verbindet. Das lässt einen nicht mehr los.