Eigentlich waren meine Frau und ich genervt, dass wir morgens um sechs Uhr mit dem Taxi von der Gare du Nord in Paris zu irgendeinem anderen Bahnhof mussten, um den TGV nach Bordeaux zu erreichen. Aber: unvergesslich das erwachende Paris. Wir sahen die städtische Müllabfuhr, die die Reste der Nacht wegkehrte, sahen die letzten Verliebten, die den Weg nach dem einen oder anderen Zuhause suchten, sahen die Sonne dabei aufgehen und die ersten Hungrigen, die in den Straßencafés ihr Croissant kauten. Wir haben uns fest vorgenommen, dieses Erlebnis nachzuholen, dann aber nicht in Hetze, sondern in aller Ruhe. Na ja, nicht immer wieder, aber doch noch einmal!

DR. FRITZ WESTHELLE, Insolvenzanwalt, Kassel Mit der Fähre aus Piräus in Venedig einfahren. Man sieht die Stadt immer näher kommen, das ist Kino pur. Und dann, ja dann kommt der Nebel. Man flucht, weil doch das Wetter in den 48 Stunden Überfahrt absolute Spitze war, und merkt plötzlich, dass dieser Nebel das Ganze erst so traumhaft macht. Das große Schiff gleitet direkt am Markusplatz vorbei, und dann ist man plötzlich im Hafen. Ende, aus, ein ganz normaler Pier, wären da nicht über den Hafengebäuden die prachtvollen Kuppeln und Türme Venedigs. Märchenhaft!

PETRA OELKER, Schriftstellerin, Hamburg