Schon mal an Sport gedacht?, warb eine Plakatkampagne der britischen Gesundheitsbehörde in den achtziger Jahren, als Jugendkriminalität und Drogenkonsum besorgniserregende Ausmaße angenommen hatten. Die Anzeigen waren auf Jugendliche männlichen Geschlechts gemünzt, nach dem Motto: Wer nach der Schule Fußball spielt, wird zu müde sein, um abends den Bahndamm nach einer intakten Spritze abzukämmen oder Autos zu beschädigen.

Neu war der Gedanke nicht. Fußball gilt überall als gesundes Ventil für überschüssige männliche Energie. Fußball fördert den Teamgeist und wirkt unsozialem Verhalten entgegen, heißt es.

Wenn der Junge wirklich gut ist, spielt er vielleicht einmal für Manchester United, den Fußballclub, der Schiedsrichter das Fürchten lehrt. Oder für Leeds United, dessen Profis sich kürzlich auf dem Spielfeld eine Rauferei mit Tottenham geliefert haben. Und welche Mutter wollte nicht, dass ihr kleiner Liebling in die Fußstapfen all jener berühmten Fußballer tritt, die ihre Freundinnen schlagen und Prügeleien in Nachtclubs anfangen?

Gewalt gehört mittlerweile so sehr zum Fußball, dass selbst der Chef der britischen Schulfußbalvereinigung zugibt, Fußball könne einen schlechten Einfluss auf die Youngster haben.

Los, Schlafmützen, wacht auf - das war schon immer so! Jeder Wettkampfsport erzeugt zwangsläufig primitive Aggressionen bei den Beteiligten. Wäre das nicht so, dann würden alle nur umherspazieren und gegenseitig die schönen Shorts bewundern.

Das Heimtückische am Fußball ist, dass wir darauf vertrauen, er würde aus Jungen Männer machen - während nichts von der Wahrheit weiter entfernt sein könnte. Wenn sich ein Neunjähriger beim Spiel geschickt anstellt, ermutigt ihn das meist, sich nur noch darauf zu konzentrieren - unter Ausschluss alles anderen. Kein Wunder, wenn viele dabei zu emotionalen Analphabeten und Schlägern heranwachsen.

Fragen Sie Ihre Kinder auf jeden Fall: Schon mal an Sport gedacht? Wenn sie Fußball sagen, schlagen Sie lieber Volleyball vor!