Es sieht gut aus, sagt Hans R. Beierlein. Er sagt es einfach so. Warum schreit und jubelt er nicht: Yeah, Yippie, Wahnsinn! Es sieht gut aus, Freunde, Peter Alexander macht sehr wahrscheinlich wieder eine Show. Habt ihr gehört? Zu Weihnachten, eine Show! Weihnachten wird seinen tieferen Sinn wiederfinden, unser aller Kindheit und Jugend wird zurückkehren! Das wäre der einzig angemessene Ton, um die sensationelle Nachricht zu verkünden. Aber Beierlein sagt: Es sieht gut aus.

Bei unseren Freunden von der Bild-Zeitung sind vor lauter Glück die Gäule gleich so durchgegangen, dass sie die gute Aussicht, es könnte eine neue Peter-Alexander-Show geben, als Tatsache verkauft haben. Was aber muss geschehen, dass aus der Wahrscheinlichkeit Wirklichkeit wird? Das Drehbuch für die Sendung muss gut sein, geeignete Autoren sind sehr selten, aber es laufen da viel versprechende Gespräche, sagt Beierlein, der Medienmanager und gute Freund von Peter Alexander, wozu ich mich in bescheidener Weise zähle.

Seit Kulenkampffs Tod ist Peter Alexander der Letzte seiner Zunft, eine Legende: Sänger, Schauspieler, Entertainer, Straßenfeger. 15 Prozent Einschaltquote gelten heute als toll. Okay, die Zeiten waren anders früher, dennoch: 1974 hatte seine Sendung Peter Alexander serviert Spezialitäten 66 Prozent Einschaltquote. Medienmanager Beierlein meint sogar, sich an Einschaltquoten von 80 Prozent erinnern zu können. Ist ja auch egal, fast alle, die einen Fernsehapparat besaßen, machten ihn jedenfalls an, von 1969 bis 1985 einmal im Jahr, dann noch ein paar Mal, 1987 zum Beispiel und 1995.

Und seither? Öde, Leere, man muss es so sagen.

Kein Peter Alexander mehr, der sich, lange vor Hape Kerkeling, als Königin verkleidete, als Queen Elizabeth nämlich, aber auch als Eduard Zimmermann, als Prinz Charles. Charley's Tante war er sowieso. Und seine Gäste animierte er dazu, das Gegenteil von dem zu machen, wofür sie berühmt waren: Opernsänger sangen Rocksongs, Rockstars spielten Sketche und mittendrin Peter Alexander, der alles konnte. Lausbub, ewiger.

Mit Journalisten spricht er nicht so gern, vor allem, wenn weder eine Show noch eine Platte anstehen. Denn die Frage, die alle Welt an Peter Alexander hat, ist immer die eine: Wann gibt es die nächste Peter-Alexander-Show? Nur ab und zu redet er auch ohne Anlass mit einem Reporter, und dann gibt er auf die unvermeidliche Frage zur Antwort: Ich wünsche mir ein gutes Buch und gute Gäste. Schauen Sie, ich bin - ohne überheblich wirken zu wollen - doch so etwas wie eine Legende. Es gibt ohnehin nicht mehr viele. Muss ich mich da mit einer durchschnittlichen Show demontieren? Ich lass es lieber und warte auf Besseres.

Da kommt man leicht ins Grübeln, wünscht sich, viele andere, die wir täglich sehen, hätten auch den Mut zu dieser Einsicht, doch das ist es nicht, worum es wirklich geht, sondern darum, dass es fast unmöglich geworden ist, Autoren zu finden, die gute Bücher für Unterhaltungssendungen schreiben können, meint Beierlein. Und seit dem Tod von Hans Hubberten, der für Peter Alexander immer die Bücher schrieb und der mit ihm ein Herz und eine Seele war, ist kein anderer nachgekommen.