Eine Frau, die ich vor ein paar Tagen kurz im Bus sah, hat mein Leben ins Chaos gestürzt. Ich fuhr mit dem Bus M 8 durch die 8. Straße. Die Frau saß zwei Sitze von mir entfernt und strickte.

Ich konnte den Blick nicht von ihrem Strickzeug abwenden. Sie benutzte metallicgrüne Stricknadeln und dunkelbraune Wolle. Ich hörte das leise, regelmäßige Klicken der Stricknadeln, die Masche um Masche fabrizierten. Ich verspürte ein unstillbares Verlangen zu stricken. Am liebsten hätte ich sie gefragt, ob ich ein bisschen weiterstricken dürfe. Aber es ist schwierig genug, mit einem New Yorker im Bus über etwas Unverfängliches zu sprechen.

Ich schwieg also. Saß da und gierte nach ihrem Strickzeug.

Als ich den Bus verließ, umhüllte mich das überwältigende Bedürfnis zu stricken wie eine Wolke. Ich habe seit Jahrzehnte nicht mehr gestrickt. Ich war nie gut im Stricken. Meine größte Leistung besteht darin, in das, was ich stricke, keine Beulen einzuarbeiten. Das beschränkt meine Strickkünste auf Schals und viereckige Pullover.

Das Bedürfnis, das die Frau im Bus in mir geweckt hatte, machte mir Sorgen.

Ich war beunruhigt. Wer will schon stricken? Ich doch nicht, sagte ich mir.

Ich bemühte mich, jeden Gedanken an das Stricken aus meinem Kopf zu verscheuchen. Aber es nützte nichts. Mein Strickbedürfnis wuchs. Ich gab auf.