Noch immer gilt Costa Rica als ökologisches Musterland. Gut ein Viertel des Staatsgebietes steht unter absolutem Naturschutz, weitere Flächen sind nur beschränkt nutzbar. Kein Land der Welt hat prozentual so große Flächen geschützt.

Doch die Ökokasse ist leer. Deshalb konnten viele Besitzer geschützter Flächen bisher nicht entschädigt werden und Naturschutzgebiete nicht, wie beabsichtigt, in die Hand des Staates überführt werden. Es fehlt auch Geld, um mit genügend Personal und Infrastruktur die Parks zu schützen. Ein Bericht des Umweltministeriums listet nach Kategorien auf, was nicht bezahlt ist: 15 Prozent der Nationalparks, knapp die Hälfte der biologischen Reservate, 59 Prozent der nationalen Refugien und Dreiviertel aller Waldreservate. Je geringer der gesetzliche Schutz einer Fläche (abhängig von der Kategorie), desto öfter verschleppt der Staat die Entschädigung ehemaliger Besitzer.

Dabei fehlt es nicht an Bekenntnissen der Regierung zum Naturschutz. Anfang dieses Jahres flossen 15 Millionen Dollar für 15 000 Hektar, um den Nationalpark Santa Rosa zu erweitern. Dieser schützt den praktisch nur noch hier erhaltenen tropischen Trockenwald nahe der nicaraguanischen Grenze.

Umweltministerin Elizabeth Odio geht davon aus, dass bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2002 lediglich ein Zehntel der Schulden im Naturschutz beglichen sein wird.

Das hat fatale Folgen, wie sich im Park Manuel Antonio zeigt, dem meist besuchten im Land. Die Nationalparkverwaltung schuldet den enteigneten Besitzern seit 30 Jahren die Entschädigung. Diese zogen vor den Kadi und bekamen Recht. Nun blüht die Spekulation, erste Grundstücke sind bereits verkauft. Ein kanadisches Unternehmen hat begonnen, den Regenwald zu roden, um Luxusappartements zu bauen. Mitten im Park.