Ellsworth Kelly: Line Form Color Richter Verlag, Düsseldorf 1999 80 S., mit 40 Arbeiten in Originalgröße, mit Kommentarband, 68,- DM Farben ohne Worte. Wer den kleinen Band von Ellsworth Kelly aufschlägt, dem Maler großer Farbfelder, sich von Schwarz-Weiß über Rot-Gelb-Blau wieder zu Weiß und Schwarz geblättert hat, der denkt an die Herren Pädagogen vom Bauhaus und ihre Exerzitien, an Josef Albers und Johannes Itten etwa. Als Ellsworth Kelly 1951 ein Buch konzipierte, das ein "Alphabet aus plastischen Bildelementen" sein sollte, da war es ein Seh- und kein Lesebuch. Anders als die Bauhäusler, wortmächtig zwischen Beruf und Berufung, wollte Kelly zwar etwas demonstrieren, aber nichts beweisen. Die Autonomie der Farbe, ihre Form, ihre Plastizität, das ist sein Credo, sein Thema, dessen Möglichkeiten er in der Variation deutlich macht.

Kunst ist ein Spiel, das Ernst macht - Eberhard Roters, Briefe und Texte 1949-1994 DuMont, Köln 1999 320 S., 49,90 DM Manchen könnte man gut entbehren aus dem Kreis der im Kunstbetrieb Unentbehrlichen, aber Eberhard Roters, den ersten Direktor der Berlinischen Galerie, der 1994 starb, wird jeder, der ihn kannte, vermissen. "Kunst hat nichts mit Heldentum zu tun", schrieb er 1992, als der deutsch-deutsche Kunstkrieg entbrannt war, ein typischer Satz. Viele eindrucksvolle Ausstellungen hat er gemacht, aber Dada blieb sein Lieblingsthema und Berlins große Dada-Dame Hannah Höch seine favorisierte Muse. Dass er selber auch ein fröhlich zeichnender Dadasoph war und das Prinzip Collage sein Credo, zeigt der Band seiner Briefe und Texte.