die zeit: Sie studieren Figurentheater an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Nach acht Semestern sind Sie dann sozusagen diplomierte Puppenspielerin. War das Ihr Kindheitstraum?

Miriam Helferich: Schon als Kind war ich ein großer Fan von Jim Knopf und Lukas aus der Augsburger Puppenkiste. Nach einem Volontariat als Theaterplastikerin an der Bayrischen Staatsoper, habe ich die Aufnahmeprüfung in Stuttgart gemacht. Dafür hatte ich mit einem Bekannten ein Märchen in Gedichtform entwickelt. Darin wird ein Wolf entmannt, das war zwar nicht jugendfrei, aber genommen haben sie mich trotzdem.

zeit: Was lernt man im Studium?

Helferich: Wir haben Bildende Kunst und Farbenlehre, wir lernen Figuren zu bauen und zu bemalen. Es gibt viele Spielprojekte, zum Beispiel für Handpuppen. Man lernt, wie sich mit ihnen Gefühle und Handlungen auf die Bühne bringen lassen. Natürlich haben wir auch Sprech- und Schauspielunterricht.

zeit: Wie sieht die Abschlussprüfung aus?

Helferich: Man zeigt ein Stück und schreibt eine Diplomarbeit. Für das Diplomstück habe ich schon ein ganz gutes Konzept: eine schwäbische Seifenoper - Die Schäufeles. Das ist die Geschichte einer Durchschnittsfamilie auf dem Dorf. Ihre Macken und Marotten sollen gezeigt werden. Schwaben können ja sehr eigen sein.

zeit: Was macht Ihnen beim Figurentheater am meisten Spaß?