Joy spricht von Computern, die "denken lernen" und "Bewusstsein haben".

Diese Sprachfiguren basieren auf kapitalen Denkfehlern. Der elektronische Rechner bleibt als Maschine immer nur ein Rechensimulator, der die Rechenoperationen des lebendigen Gehirns in einem nichtlebendigen, mechanistisch-toten Medium simuliert, das heißt, der Rechner kann in Wirklichkeit überhaupt nicht rechnen. Wie soll eine Maschine, die selbst in ihrer allerleistungsfähigsten Variante nicht einmal bis eins zählen kann, "denken", "lernen" oder "Bewusstsein" entwickeln?

Dieser Denkfehler beruht auf einer unzulässigen Schlussfolgerung, es wird nämlich vom Produkt (Leistung) auf den Produzenten (Leistungsträger) geschlossen. Sogar dann, wenn lebendiges Gehirn und mechanistisch-totes Gerät zu absolut identischen Lösungen kommen sollten, bleibt der kategoriale Unterschied zwischen lebendigem und nichtlebendigem Produzenten, Mensch (Person) und Maschine (dinghaftes Artefakt), Original (authentisch) und Imitat (simulativ), unverändert bestehen.

J. Erik Mertz, München