die zeit: Sie sind Sachbuch-Lektorin bei Rowohlt. Für viele ist ein Lektor jemand, der permanent über Manuskripten brütet. Sieht so Ihre Arbeit aus?

Angelika Mette: Natürlich arbeite ich viel am Text. Ich frage bei den Autoren nach, wenn ich auf inhaltliche Ungereimtheiten stoße oder wichtige Aspekte fehlen. Außerdem bearbeite ich die Texte stilistisch. Dabei halte ich engen Kontakt zu den Autoren, denn schließlich soll nichts gegen ihren Willen verändert werden. Bis es so weit ist, müssen aber eine Menge anderer Dinge passiert sein.

zeit: Zum Beispiel?

Mette: Ich suche nach interessanten Themen und Autoren für die Reihe Science, die ich betreue. Dafür lese ich die Fachpresse, gehe zu Tagungen und spreche mit Fachjournalisten und Wissenschaftlern. Außerdem sichte ich unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Lizenzen aus dem In- und Ausland und halte Kontakt zu Agenturen. Wenn die Idee da ist, erarbeite ich zusammen mit dem Autor ein Konzept. Dabei überlegen wir gemeinsam, ob Illustrationen oder Grafiken ins Buch sollen.

zeit: Müssen Sie die Bücher auch selbst kalkulieren?

Mette: Nein, dafür haben wir eine eigene Abteilung. Aber ich mache Vorschläge, wo der Ladenpreis liegen könnte. Der Vertrieb will von mir wissen, welche Auflage ich für sinnvoll halte. Wenn ich Lizenzen für unser Programm beschaffe, muss ich außerdem Preisverhandlungen führen. Ohne Sinn für die wirtschaftliche Seite des Büchermachens geht es nicht.

zeit: Sind Bücher für Sie denn Produkte wie Schuhe oder Tassen?