die zeit: Die Deutsche und die Dresdner Bank wollten die größte Bank der Welt schaffen. Als die Manager der Dresdner Bank merkten, dass es mit der gleichberechtigten Partnerschaft nicht so weit her war, zogen sie die Notbremse. Kann es aus organisationspsychologischer Sicht überhaupt einen "Merger of Equals" geben?

Oswald Neuberger: Das ist außerordentlich schwierig, weil es im Grunde genommen im ökonomischen Bereich keine "Equals" gibt. Eine Fusion soll nun mal Personal einsparen - auch Manager.

zeit: Und wenn die das rechtzeitig spitzkriegen, dagegen intrigieren?

Neuberger: Es liegt auf der Hand, dass die Betroffenen Widerstand organisieren.

zeit: Hätten die Fusionsschmiede Breuer und Walter zuvor mögliche Opponenten identifizieren und kaltstellen sollen?

Neuberger: Das wäre eine äußerst riskante Strategie, denn man braucht häufig ihr Knowhow noch für einige Zeit, danach aber - Fusionen sind ein langwieriger Prozess - bilden sie die Keimzelle für destruktive Opposition.

zeit: Also ein schier unlösbares Dilemma?