die zeit: Bei den Biologen der Universität Oldenburg sind Sie als Durchstarter bekannt: Studium in zehn Semestern, Promotion in zwei Jahren.

Und jetzt stehen Sie in einem Geschäft für Liegeräder und warten auf Kunden.

Ist das besser, als im weißen Kittel Laborratten zu untersuchen?

Jan Kranczoch: Es ist schon ein komisches Gefühl. Ich bin hier der absolute Einzelkämpfer. Meine Familie sieht meine Geschäftsidee eher skeptisch - die dachten immer, mit einer akademischen Ausbildung wäre meine berufliche Laufbahn gesichert. Aber es gibt nun mal zu viele Biologen. Längst nicht jeder hat eine Chance, im eigenen Fachgebiet etwas zu finden. Deshalb sagen auch viele Kommilitonen: Klasse, dass du endlich machst, was dir Spaß macht, weil sie eben selbst auf der Suche sind.

zeit: Ihre Laufbahn als Biologe verbauen Sie sich damit aber doch gründlich?

Kranczoch: Sicherlich ist das ein bisschen wie eine Reise ohne Wiederkehr.

Aber ich habe nie besonders konsequent eine Richtung oder ein Karriereziel verfolgt. Im Studium habe ich von Zellbiologie über Biochemie, Mikrobiologie und Pflanzenökologie einfach alles gemacht - Hauptsache, es hat mich irgendwie weitergebracht. Denn viel Zeit zum Studieren hatte ich nicht. Mit Familie und zwei Kindern konnte ich mir meine Praktika auch nicht aussuchen, nicht einfach ins Ausland gehen, wenn mir danach zumute war.