Bei allem Verständnis für die Situation mancher großer deutscher Verlage, allzu viel Mitgefühl vermag ich nicht aufzubringen. Denn seien wir mal ehrlich, der eigentliche Bananenbauer des deutschen Buchgewerbes ist der deutsche Autor. Sicher ein schöner Beruf mit vielen Vorzügen, leider jedoch auch mit extremen Nachteilen. Einer derselben sieht so aus, dass die meisten Autoren nicht oder mehr schlecht als recht von ihrem Tun leben können. Sicher ist nicht jedes Werk eines deutschen Autors marktfähig, andererseits ist es jedoch eine hinlänglich bekannte Tatsache, dass Bestseller in den meisten Fällen vielleicht zur Hälfte geschrieben, zur anderen Hälfte aber gemacht werden. Wenn also deutsche Verlage sechs- oder siebenstellige Summen auf den Tisch legen, um die Rechte an einem oft mittelmäßigen angeblichen US-Bestseller zu ergattern, in Folge eine weitere große Summe für Werbung ausgeben wird, damit sich das Werk auch bombig verkauft, dann erscheinen mir einige Probleme doch hausgemacht.

Margit Hähner, Köln