Mickey Mouse darf jetzt wieder Schnurrbart tragen. Bislang war das den Beschäftigten des französischen Disneyland strengstens verboten. Böse Zungen behaupten, der Sinneswandel an der Spitze des Freizeitparks sei darauf zurückzuführen, dass das 1992 gegründete Unternehmen große Schwierigkeiten hatte, ausreichend Personal zu rekrutieren. Bartloses versteht sich. Bedarf an neuen Statisten in Comic-Kostümen besteht, weil sich das anfangs noch als "kulturelles Tschernobyl" geschmähte Belustigungszentrum zum Riesenerfolg entwickelte. Über zwölf Millionen Spaßsuchende strömten allein im vergangenen Jahr in den Pariser Osten. So erfolgreich sind Vergnügungsparks nicht einmal im Heimatland der Animation, den Vereinigten Staaten. Weil die Branche so boomt, will Disney im Jahr 2002, genau zehn Jahre nach der Eröffnung, einen zweiten Park gründen. Protest dagegen regt sich diesmal kaum.

Die Walt Disney Company hatte es dennoch nie leicht in Europa. In jedem einzelnen Land musste das Unternehmen seine Werbung den nationalen Präferenzen entsprechend ausrichten. Und in Frankreich wurde der US-Konzern wieder zu Weihnachten und Silvester mit Arbeitsniederlegungen konfrontiert, weil die Beschäftigten gegen die niedrigen Löhne protestierten. Jetzt immerhin dürfen die Animateure ihre Bartstoppeln sprießen lassen. Ob der Schnauzer wie der von Asterix gezwirbelt sein muss, steht nicht in der hausinternen Mitteilung. Nur "gut gepflegt" sollte er sein.