Der britische Wirtschaftsminister Stephen Byers verschüttet zwar gerade Krokodilstränen, weil Rover zerschlagen wird und bei Ford in Dagenham Tausende Arbeitsplätze in Gefahr sind. Aber als große Hilfe für die Automobilbranche geriert er sich nicht gerade. Jetzt nimmt Byers die Autohersteller sogar wegen allzu saftiger Preise ins Gebet - im Rahmen seiner Kampagne gegen das "Britannien der Halsabschneider".

Eine Wettbewerbskommission hat dem Minister gerade auf 1200 Seiten bestätigt, was auf der Insel ohnehin jeder weiß: Britische Autos sind bis zu 30 Prozent teurer als die in anderen europäischen Ländern. Byers will jetzt gegen einige Praktiken der Hersteller vorgehen - zum Beispiel, dass sie Autos vor allem über abhängige Händler vertreiben und dass Händler nicht die gleichen Preisabschläge bekommen wie die Käufer von Firmenflotten. Der Markt hat das Problem bislang nicht behoben. Trotz des niedrigen Euro und des freien europäischen Warenverkehrs sind die Preise auf der Insel kaum gefallen - schließlich müssen britische Autos ja das Steuer auf der rechten Seite haben.