Er war noch keine zwölf Jahre alt, als er von einem Maler porträtiert wurde und der Maler seine große Begabung erkannte. Die Eltern - der Vater war Naturwissenschaftler, die Mutter Pianistin - hatten den Sohn zunächst auf eine Gewerbeschule geschickt, doch zeigte sich schon bald, dass er keine Lust hatte, wie der Vater Ingenieur zu werden. Deswegen gaben sie ihn in eine Realschule, deren Leiterin besonderen Wert auf eine musische Erziehung legte.

Als die Mutter bei ihm ein besonderes Interesse an Musik vermutete und ihm Klavierunterricht geben wollte, winkte er aber lustlos ab, wie er es jedenfalls später darstellte: Zu bitter ist des Lernens Wurzel, als dass die Frucht der Mühe lohnt, dachte ich bei mir. Und als die Mutter insistierte, war er gleichwohl noch ziemlich abgeneigt, doch die Mutter bestand darauf.

Da war er neun, und in den folgenden Jahren lernte er bei verschiedenen Lehrern noch viel hinzu.

Als er fünfzehn war, starb der Vater, wodurch die Familie in eine finanzielle Notlage geriet. Und kurz danach, als er sich auf sein Examen vorbereitete, erkrankte er an Bronchien- und Lymphdrüsentuberkulose. Dann setzte sich sein Lehrer bei einem einflussreichen Schriftsteller dafür ein, ihm ein Stipendium zu gewähren.

Das Gespräch ist etwa so überliefert: Wir brauchen ein Stipendium. Obwohl unser Kandidat sehr jung ist. - Wie alt ist er? - Fünfzehn. ... Er spielt in einem Kino. Neulich brannte unter ihm der Fußboden, und er spielte weiter, damit keine Panik aufkam, aber das tut nichts zur Sache. Er hat mir seine Werke gezeigt. - Gefallen Sie Ihnen? - Sie sind abscheulich ... - Warum sind Sie dann gekommen? - Mir gefallen sie nicht, aber die Zeit gehört diesem Jungen und nicht mir. Man muss ihm ein Stipendium verschaffen.

Darum bat für ihn auch eine Dichterin, die mit seiner Familie befreundet war.

In ihrem Brief an den Kultusminister hieß es: Der Junge, den ich seit seiner Geburt kenne, hat einen sanftmütigen, dankbaren Charakter, eine hohe Gesinnung und eine kindlich reine Seele. ... Sein talentierter Kopf arbeitet unausgesetzt und überdurchschnittlich. Ich bitte nochmals inständig, Ihre Aufmerksamkeit diesem außergewöhnlichen Talent zu widmen.