Ich gebe ungern ein Rezept. Jugendliche fragen meist nach der Technik, weil sie Sicherheit brauchen. Wenn das Herz dabei ist, wenn ich jemanden sehr lieb habe, dann ist die Technik völlig nebensächlich. Dann kann ich auch sabbern und schmatzen - und das als lustvoll erleben.

Ideal wäre, wirklich bei der Sache zu sein, sich einfach hinzugeben, präsent zu sein. Sich völlig einzulassen auf die Atmosphäre, das Prickeln. Dann denke ich nicht mehr drüber nach, was ich jetzt mit meiner Zunge machen könnte, der Kopf hat Pause. Dann streichelt die Zunge über die Lippen meiner/s Liebsten, knabbern die Zähne sanft an den Lippen, wagt sich die Zunge weiter vor, spielend einfach, neugierig, saugend oder fordernd.

Margit Tetz, Psychotherapeutin, Mitglied im Dr.-Sommer-Team der Jugendzeitschrift "Bravo"