Dies muss einer der Orte sein, an dem Menschen Traumurlaube verbringen.

Oder wie immer die Superlative für Freizeitbewältigung heute lauten.

Sotogrande. Als Erstes fällt einem wettergegerbten Nordlicht auf, dass in dieser Enklave an Spaniens Costa del Sol tatsächlich die Sonne scheint. Die Schönheit der Natur nebst Golfplätzen en masse wecken die angenehmsten Hoffnungen. Vielleicht stimmt ja das Selbstlob der Gastgeber: Soto grandeur.

Zunächst aber gilt es, die Anfahrt vom Flughafen Málaga zu verkraften. Die 130 Kilometer entlang der Küste in Richtung Südwesten bestätigen manches Vorurteil. Massentourismus kann dem Vergnügen schaden. Schöne Gegend, gewiss, dazwischen jedoch immer wieder Manhattan am Strand. Um nicht zu sagen die Bronx. Torremolinos muss nicht sein. Selbst das gerühmte Marbella könnte etwas weniger Beton vertragen.

Wie gut, dass Joseph McMicking von Anfang an Exklusivität vorschwebte. Als der amerikanische Oberst vor 38 Jahren ein paar Bauernhöfe mitsamt 1800 Hektar Land kaufte, hatte er in der Tat ein kleines Paradies im Sinn. Alles sollte stimmen in Sotogrande (benannt nach einem der erworbenen Gehöfte).

Meer und Sonne, geschützte Flora und Fauna, Sportmöglichkeiten jeglicher Art und jede Menge komfortabler Ferienhäuser. Der Amerikaner wollte seinen Freunden und sich ein luxuriöses Refugium schaffen. Palm Springs in Andalusien. Und Palmen gab es tatsächlich genug in Sotogrande.

Sie stehen noch immer da. Das milde Klima des Landstrichs zwischen Meer und Sierra lässt auch viele andere exotische Gewächse gedeihen. Korkeichen, Orangenbäume, Feigen und die ausgefallensten bunten Sträucher. Bei deren Gedeihen hilft zusätzlich der Guadiaro. Der Fluss war es ohnehin, der für den Oberst die Gegend so besonders anziehend machte. Ein Vorrat an Wasser ist ein Segen im südlichen Spanien. Vor allem dann, wenn Golfplätze auf den Blaupausen stehen.