Seine Interviews sorgen für genauso viel Aufsehen wie seine Fotos für die Benetton-Werbung. Wenn sich Oliviero Toscani im Internet-Magazin Salon zum Thema Frauen und Beruf äußert, hört sich das so an: "Ich glaube, dass die meisten Frauen dumm sind. Nicht weil sie wirklich dumm sind, sondern weil sie die Dumme spielen. Heute kümmern sich die Frauen aber lieber um ihr Büro als um den Schulranzen der Kinder. Sie geben diese unglaubliche Verantwortung auf, um was zu werden? Manager und Generäle! Fuck! Das ist zu viel!" Interessant daran ist, dass Toscani seit kurzem als Creative Director des US-Magazins Talk arbeitet, dessen Chefin Tina Brown eine der profiliertesten Karrierefrauen der Medienbranche ist. Was für ein Traumpaar: "Ich bin ein Chauvinist, und sie ist eine der schwierigsten Frauen der Welt - und wir kommen ganz fantastisch miteinander aus!"

Manchmal ist Erfolg ein Fluch! Das muss gerade Karen Hughes erfahren, einst Lokaljournalistin in Dallas, seit einigen Jahren jedoch Medienberaterin von George W. Bush. Erst nahm sie sich vor, den Kandidaten vom riskanten freien Assoziieren abzubringen und seine Äußerungen um eine täglich wechselnde Message zu zentrieren. Das führte zu gespenstischen Pressekonferenzen, in denen Bush in jedem Satz das Stichwort des Tages unterbrachte. Also riet Hughes ihrem Schützling, sich wieder lockerer zu geben - mit der Folge, dass Bush nun im Wahlkampfjet immer bei den Journalisten sitzt, ihnen Spitznamen gibt, sie tätschelt und in die Seite knufft. Jetzt beschwerte sich der erste Reporter bei Karen Hughes: Ob Bush nicht zur einstigen staatsmännischen Entrücktheit zurückkehren könne, er müsse hier arbeiten, und der Kandidat sei einfach zu laut!