Die Frage kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Politischer Nachwuchs in den neuen Ländern - gibt's den? Thomas de Maizière, Chef der sächsischen Staatskanzlei, ein Westgewächs, und seit zehn Jahren osterfahren, kann sie nicht mehr hören. Für ihn steht fest: "Die politische Generation, die jetzt nachwächst, ist den Westdeutschen weit überlegen."

Nein, Angela Merkel ist nicht die Einzige, sie war nur der Wellenbrecher, der das Osterwachen ankündigte. In ihrem Kielwasser bewegt sich eine Generation, deren prägendes Erlebnis die Transformationsjahre waren. Wen der biografische und gesellschaftliche Innovationstest nicht umgebracht hat, der ist gestärkt daraus hervorgegangen. Die junge Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckardt vom Bündnis 90/Die Grünen ist überzeugt: "In vielen Zukunftsfragen sind wir den Westdeutschen voraus." Matthias Platzeck, der Potsdamer Oberbürgermeister, ein Hoffnungsträger der SPD, stellt mit leiser Ironie fest: "In aller Stille sind wir mobiler als die westliche Gesellschaft geworden." Gezwungenermaßen: "Achtzig Prozent der Werktätigen in den neuen Ländern arbeiten heute nicht mehr in dem Beruf, den sie vor der Wende ausübten."

Stanislaw Tillich, 41, CDU, sächsischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten;

Barbara Ludwig, 38, SPD, parlamentarische Geschäftsführerin im Sächsischen Landtag;

Matthias Platzeck, 47, SPD, Oberbürgermeister von Potsdam;

Christine Lieberknecht, 42, CDU, Präsidentin des Thüringer Landtags;

Dieter Althaus, 42, CDU, Fraktionsführer im Thüringer Landtag;