Ich würde gerne Schauspieler unterrichten, davon träume ich. Ein paar Mal hatte ich dazu bereits Gelegenheit. Mein Ehemann, ein Theaterregisseur und ehemaliger Surfer aus Hawaii, hat ein eigenes Theater in New York, wo er außergewöhnliche Arbeit leistet. Das Gebäude ist immer voller junger Menschen, sie machen Theater, Tanz und Musik. Das war sein Lebenstraum, und er ist auch zu meinem geworden. Ich hoffe, dass ich meinem Mann dabei helfen kann, diesen Traum noch sehr lange lebendig zu halten.

Ich denke, ich bin sehr gut darin, jungen Schauspielern dabei zu helfen, ihren Job etwas leichter zu nehmen. Für mich war der Schauspielunterricht an der Yale School of Drama ein Albtraum. Schuld daran waren die Lehrer. Sie hatten ganz konkrete Vorstellungen davon, wie eine potenzielle Hauptdarstellerin zu funktionieren hat. Ich kam frisch vom College, hatte den Kopf voller aufregender Ideen und Träume. Es war Anfang der siebziger Jahre, ich lebte in einem Baumhaus und trug selbst geschneiderte Hippie-Klamotten.

Die Professoren konnten aus mir einfach nicht die Darstellerin machen, die sie gerne gehabt hätten.

Ich war jung und noch ziemlich scheu, ängstlich und sehr verwundbar. Ich hatte an mich geglaubt, als ich an die Schule kam. Doch als ich sie verließ, war nichts mehr von diesem Glauben übrig. Sie erklärten mir, ich würde nie eine Rolle bekommen und hätte nicht das geringste Talent. Sie sagten, Na gut, vielleicht kannst du leichte Komödien spielen. Aber versuche nie etwas Seriöses! Das hat mich für viele Jahre ziemlich fertig gemacht.

Ich spielte dann tatsächlich lange Zeit am Theater nur Komödien. An eine große dramatische Rolle habe ich mich erst im Kino herangewagt, als ich 1993 mit Roman Polanski Death and the Maiden drehte. Danach spielte ich eine Menge solcher Rollen, und das war sehr befreiend. Es brachte die Stimmen dieser grauenhaften Lehrer endlich zum Schweigen. Jahrzehntelang hatten sie in meinem Kopf herumgespukt.

Eigentlich waren es nur zwei, aber die anderen Lehrer haben nichts getan, um diese zu stoppen. Sie haben mich nicht verteidigt, mir kein Selbstvertrauen gegeben. Das war fürchterlich. Niemand hat das Recht, jemandem so etwas anzutun. Auf keinen Fall ein Lehrer. Er soll seinen Schülern helfen, ihnen sagen, woran sie arbeiten, worauf sie sich konzentrieren sollen. Wo ihre Stärken und Schwächen liegen. In einer positiven, bestärkenden Weise.

Heute weiß ich, dass man 20 Jahre brauchen kann, um eine gute Schauspielerin zu werden. Man muss das jungen Menschen klar machen, die diesen Traum haben.