Mit zwei Forderungen kann ein amerikanischer Politiker seine Chancen auf Wiederwahl dramatisch verringern: Abschaffung der Todesstrafe und Verschärfung der Waffengesetze. Ein Blick zurück zeigt, wie mühsam die letzten Jahrzehnte für Verfechter härterer Waffengesetze waren.

1934, als die organisierte Kriminalität in Städten wie New York und Chicago Schlagzeilen macht, verabschiedet der Kongress den National Firearms Act, wonach sich Besitzer von Maschinengewehren und Waffen mit Schalldämpfern registrieren und auf Vorstrafen überprüfen lassen müssen.

1938 ermächtigt der Federal Firearms Act das Finanzministerium, Waffenhersteller, Importeure und Händler zu besteuern.

1968 verbietet der Kongress mit dem Gun Control Act den Waffenkauf per Fernbestellung und begrenzt die Einfuhr von ausländischen "saturday night specials", Billigwaffen, deren Handhabung jährlich Tausende von Unfällen verursacht. In den USA dürfen sie jedoch weiter produziert werden.

1972 werden im Consumer Product Safety Act bei den Richtlinien für Verbraucherschutz Waffen und Munition ausgenommen. Die Waffenindustrie ist die einzige Branche, für die Regeln zur Produktsicherheit nicht gelten.

1986 lockert der Firearms Owner's Protection Act die Vorschriften zur Waffenregistrierung und erlaubt Händlern wie Privatleuten, Waffen auf offenen Märkten zu verkaufen.

1993 verpflichtet der Kongress mit der Brady Bill jeden Käufer einer Handfeuerwaffe, sich einer Wartefrist zur Überprüfung seiner Daten zu unterziehen.