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Hätte Kommodore George Anson im Jahre 1740 so für seine Expedition geworben, es wäre keiner gekommen. Die britische Admiralität hielt es für eine famose Idee, sechs Schiffe und 1900 Mann - darunter viele "Gepreßte" ohne jede seemännische Erfahrung - in den Pazifik zu schicken, um den Spaniern in Südamerika und auf den Philippinen richtig einzuheizen. Vier Jahre später schleppte sich ein einziges Schiff zurück in den Hafen von London, und von den Besatzungen hatten, Deserteure mitgerechnet, gerade einmal 500 Mann überlebt. Nichtsdestotrotz feierte man Anson als Seehelden.

England und Spanien befanden sich im Krieg. Ansons kleine Flotte sollte Kap Hoorn umsegeln, mal eben Chile erobern, Lima plündern und Panama angreifen.

In derTheorie jedenfalls. In der Praxis klappte aber rein gar nichts, und der Autor, ein bekannter Marinehistoriker, hat aus den englischen und spanischen Archiven die Gründe dieser grandiosen Pleite zusammengetragen.

Schon vor der Ausreise waren den Spaniern die Ziele der Expedition bekannt.

Die Nahrungsmittel an Bord waren von schlechter Qualität, der Skorbut forderte Hunderte von Opfern und demoralisierte die Mannschaften: Zwei Schiffe setzten auf eigene Faust Heimatkurs. Das Kontingent der Marinesoldaten bestand zur Hälfte aus kriegsuntauglichen, im Durchschnitt 55 Jahre alten Veteranen. Ihr Gesundheitszustand war so schlecht, dass nach sechs Monaten nur noch ein Einziger am Leben war.

Es liegt auf der Hand, dass unter diesen Umständen Anson in Südamerika nichts ausrichten konnte. Aber mit seinem letzten Schiff gelang ihm die Kaperung der spanischen Galeone Covadonga, die mit 1,3 Millionen Silberdollar und 35 000 Unzen Silber auf dem Weg von den Philippinen nach Acapulco war. Anson kassierte den größten Schatz, den je ein englisches Kriegsschiff erbeutet hatte. Selbst der letzte Matrose erhielt noch ein Prisengeld von 20 Jahresgehältern, vorausgesetzt, er gehörte zu den 25 Prozent Überlebenden.