Wie sauber sind die Strände an der französischen Atlantikküste? Knapp fünf Monate nach dem Tankerunglück vor Penmarc'h in der Bretagne hat niemand einen Überblick: Weder das Tourismus- noch das Gesundheitsministerium wollen sich auf eine Aussage, geschweige denn auf eine Prognose für den Sommer einlassen.

Zwar putzen jeden Morgen 2500 Helfer Felsen und Strände auf einer Küstenstrecke von insgesamt 400 Kilometern, sammeln Ölklumpen in Plastiksäcken und schrubben die Felsen. Jede Nacht aber schwemmt das Meer neue Klumpen an. Wo und wie viel, das hängt allein vom Wetter ab.

Für die südliche Bretagneküste, für die Vendée und die Charente lässt sich die Saison schlecht an. Zu Ostern, dem ersten langen Wochenende im Frühling, waren die Hotels nirgends ausgebucht. Für den Sommer liegen die Stornierungen zwischen 25 und 70 Prozent.

Anfangs hatten die Tourismusmanager noch entgegen aller Wahrscheinlichkeit behauptet, der Schreck werde rechtzeitig zu Ferienbeginn vorbei sein.

Inzwischen setzt sich - in den Gemeinden schneller als in den übergeordneten Verwaltungen - die Einsicht durch, dass jede Beschönigung am Ende teurer zu stehen kommt als die unerfreuliche Wahrheit: Ein enttäuschter Kunde wird sich jahrelang an seinen verpatzten Urlaub erinnern.

Das Tourismusministerium will zum Sommer eine Website einrichten, auf der jeweils über die aktuelle Lage berichtet wird. Schon jetzt vermittelt der Telefondienst C'te Atlantique (0033-825/ 83 18 41) Auskunft über einzelne Küstenabschnitte.

An manchen Stellen ist und bleibt der Strand sauber. Die einzelnen Ferienorte wie La Baule oder St.-Jean-de-Monts, Concarneau und Quiberon haben sich für Fragen zur Ölverschmutzung unterdessen eine Art resignierte Ermutigungsstrategie zugelegt: Auch das Hinterland sei sehr schön. Im Übrigen müsse jeder für sich die Nachrichten verfolgen.