die zeit: Die Begriffe Corporate Culture und Corporate Identity hört man zurzeit sehr häufig. Firmen wie Fiat, Miele oder DaimlerChrysler etwa lassen ihr "Image" auf dem Reißbrett neu erschaffen. Was versteht man unter den beiden Begriffen?

Thomas Weegen: Corporate Culture betrifft vor allem die interne Organisation eines Unternehmens: Wie läuft die Zusammenarbeit ab, wie wird die Firma geführt? Corporate Identity ist das Außenbild, das ein Unternehmen von sich produziert. Eigentlich gehört beides untrennbar zusammen.

zeit: Ihre Firma berät aber nur im Bereich Corporate Culture?

Weegen: Ja. Wir sind spezialisiert auf Organisationsberatung, untersuchen etwa, wie in einer Firma Ziele vermittelt werden, wie mit Konflikten umgegangen wird und welche Beziehungsmuster sich immer wiederholen. Darin spiegelt sich das kulturelle Muster der Organisation. Für die Corporate Identity, das Außenbild, arbeiten wir bei Bedarf eng mit Werbeagenturen zusammen, um zu einem ganzheitlichen neuen Firmenimage beitragen zu können.

zeit: Warum wird die Arbeit am Unternehmensimage immer wichtiger?

Weegen: Vor allem weil der Konkurrenzdruck für die Firmen immer härter wird.

Die Menschen kaufen bei der Firma, die günstig ist und deren Auftritt überzeugt. Ein anderer Grund ist bei den Mitarbeitern zu suchen. Sie geben sich nicht mehr damit zufrieden, dass ein paar ethische Richtlinien des Unternehmens auf Hochglanzpapier gedruckt werden. Sie wollen den Sinn ihrer Arbeit kennen, wenn möglich, mitgestalten.